Neue Rampe am Beach im Praxistest
„Ganz toll, eine sehr gute Idee“

Greven -

Getestet und für gut befunden. Melanie Gniesser reckt den Daumen in die Höhe. Die neue Rampe am Beach – ihr gefällt sie.

Freitag, 04.05.2018, 18:05 Uhr

Voll zufrieden: Melanie Gniesser besucht gern Veranstaltungen am Beach, hatte aber bislang große Problem, die Fläche zu erreichen. Mit der neuen Rampe wird das ab jetzt viel einfacher.
Voll zufrieden: Melanie Gniesser besucht gern Veranstaltungen am Beach, hatte aber bislang große Problem, die Fläche zu erreichen. Mit der neuen Rampe wird das ab jetzt viel einfacher. Foto: Oliver Hengst

„Ich finde sie gut“, sagt sie, nachdem sie auf Bitten der Lokalredaktion einmal probegefahren ist. „Die Rampe ist gut zu nutzen.“ Die wellenartige Form (alle paar Meter muss das Gefälle von einem waagerechten Abschnitt abgelöst werden) sei überhaupt kein Problem, im Gegenteil.

„Das wurde auch Zeit, dass man selbstständig die Fläche erreichen kann, ohne immer auf Hilfe angewiesen zu sein.“ Die einzige Möglichkeit, die Aktionsfläche von „Greven an die Ems“ zu erreichen: der Schotterweg vom Stadion Emsaue aus, der kurz vor dem Ziel die Fußgängerbrücke unterquert. Das sei „nicht das Wahre“, sagt die 36-Jährige. Zudem habe sie auch dort meistens jemanden um Hilfe bitten müssen.

Melanie Gniesser, die in den 6Ledder Werkstätten arbeitet, ist in ihrer Freizeit mit ihrem E-Rolli (der Akku reicht mindestens für einen Tag) viel auf Achse. „Ich bin generell gern unterwegs.“ Unter anderem in Fußballstadien. Sie ist als BVB-Fan regelmäßiger Gast in Dortmund, war neulich aber auch beim Derby auf Schalke. Von Barrieren lässt sich die gebürtige Grevenerin nur ungern aufhalten. Aber am Beach war sie bislang oft aufgeschmissen. Die Folge: „Ich konnte oft nur von oben zusehen.“ Bei Greven Grass beispielsweise habe sie oft oben auf dem Deich gestanden und die Konzerte von dort aus verfolgt. Mittendrin geht anders. „Manchmal habe ich mir auch helfen lassen, etwa beim Mittelaltermarkt.“ Doch das Bitten fällt ihr nicht immer leicht. „Das brauche ich jetzt nicht mehr“, freut sie sich über die neue Rampe, die ein barrierefreies Erreichen und Verlassen der Fläche möglich macht. „Eine super Idee“, lobt sie die Stadt und die Veranstalter von Greven an die Ems.

Melanie Gniesser ist wegen einer Spastik und einer Hüftgelenkserkrankung eingeschränkt mobil. „Seit Mitte 20 sitze ich komplett im Rolli. Vorher konnte ich etwas laufen“, berichtet sie.

Einen Elektro-Rolli nutzt die junge Frau seit rund zehn Jahren. Er verhilft ihr zu einer neuen Art der Mobilität. „Ich kann mich damit gut selbstständig bewegen.“ Vorher musste sie sich oft mit dem Auto fahren lassen.

Die Unabhängigkeit, selbst entscheiden zu können, wann sie wohin fährt, gefällt ihr. Dass sie als bekennender Beach-Fan nun auch viel leichter auf die Fläche kommt (und auch wieder herunter) ist für sie eine große Erleichterung und auch ein Mehr an Lebensqualität.

Denn Barrieren – auf die trifft sie wie alle anderen Rolli-Fahrer noch an (zu) vielen Stellen in der Stadt. „Zum Beispiel in Kneipen. In viele kommt man nicht rein, weil es dort Stufen gibt.“ Sie sei zwar keine große Kneipengängerin, aber allein, dass ihr an vielen Stellen die Möglichkeit genommen wird, mal eine aufzusuchen, ärgert sie. In Geschäften gebe es dagegen „eher selten“ Grund, sich über fehlende Barrierefreiheit zu ärgern. Und öffentliche Einrichtungen wie Ballenlager oder Rathaus – kein Problem.

  Foto: Oliver Hengst

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