Di., 19.01.2016

Archäologin Angelika Lohwasser berichtet bei der Kinderuni von ihrer Arbeit im Sudan Hart, staubig, faszinierend

Angelika Lohwasser, Professorin für Ägyptologie an der Universität Münster , bei der Arbeit im Sudan. Bei der Kinderuni berichtet sie, wie Archäologen vorgehen.

Angelika Lohwasser, Professorin für Ägyptologie an der Universität Münster , bei der Arbeit im Sudan. Bei der Kinderuni berichtet sie, wie Archäologen vorgehen. Foto: Lohwasser

Münster - 

Angelika Lohwasser hat einen Beruf, von dem viele Menschen zumindest als Kinder träumen. Uralte Städte ausgraben und dabei geheimnisvolle Schätze finden – so stellen sich viele Menschen den Berufsalltag eines Archäologen vor. Angelika Lohwasser, Professorin für Ägyptologie an der Universität Münster, ist gleichzeitig auch Archäologin.

Von Karin Völker

Im Februar wird sie, wie jedes Jahr, wieder zu archäologischen Forschungen in den Sudan reisen. Am 22. Januar (Freitag) berichtet Lohwasser bei der Kinderuni darüber und erklärt, wie Archäologen heute arbeiten. Die Kindervorlesung beginnt um 16.15 Uhr im Hörsaal H1 am Schlossplatz.

Angelika Lohwasser kennt sich im Sudan gut aus. Seit fast zehn Jahren erforscht sie dort, wie Menschen in der Antike, zu Zeiten des Römischen Reichs vor rund 2000 Jahren, gelebt haben. Ein Wissenschaftlerteam um Lohwasser erforscht dort ein etwa 120 Kilometer langes, ausgetrockneten Flussbett in der Wüste, das als Fernhandelsweg genutzt wurde. „Dass wir dort Schätze und Paläste finden, ist nicht zu erwarten“, erklärt Lohwasser. Es geht ihr darum zu klären, wie Menschen entlang eines solchen Weges damals lebten. Die Archäologen gehen davon aus, dass das Flussbett als Abkürzung und Ausweichweg beim Transport von Waren genutzt wurde, die über den Nil auf Schiffen unterwegs waren. In dieser Region können aber auf dem Nil keine Schiffe fahren, darum mussten die Waren über Land transportiert werden. Reste von Ansiedlungen haben die Archäologen aus Münster schon gefunden, aber keine großen Städte.

Wenn Angelika Lohwasser in den Sudan nach Afrika zur Arbeit fliegt, dann erwartet sie dort wenig Luxus. Nur an den Wochenenden ruhen sich die Forscher in einem festen Haus aus, wo es fließendes Wasser für eine Dusche und Strom gibt. „Sonst schlafen wir in Zelten – und wir müssen immer alles dabei haben, was man in der Wildnis braucht“, sagt Lohwasser. Es gibt in der Wüste natürlich auch kein Mobilfunknetz und Internet. Satellitenfotos von der Gegend leisten den Wissenschaftlern aber gute Dienste, bevor sie einzelne Stellen vor Ort näher erforschen. Lohwasser freut sich schon auf die nächste Reise in den Sudan: „Die Arbeit ist anstrengend und staubig, aber sehr faszinierend.“

Zum Thema

Die Kinderuni ist geeignet für Kinder ab acht Jahren. Der Besuch ist kostenlos, erwachsene Begleiter sind willkommen.

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