Kindervorlesung über Cyber-Mobbing
Ärgern im Internet – tut das weh?

Münster -

Immer mehr Kinder und Jugendliche machen Erfahrungen mit Mobbing im Internet. Dr. Stephanie Pieschl und Dr. Torsten Porsch erforschen das Phänomen an der Universität – und halten am Freitag darüber bei der Kinderuni eine Vorlesung.

Dienstag, 12.06.2012, 12:06 Uhr

Kindervorlesung über Cyber-Mobbing : Ärgern im Internet – tut das weh?
Dr. Stephanie Pieschl und Dr. Torsten Porsch halten bei der Kinderuni gemeinsam eine Vorlesung über „Ärgern im Internet“. Foto: WWU

Neulich hat Sarah aus der fünften Klasse ein Foto von Anna aus der Parallelklasse bei Facebook gepostet. Das Bild hat sie neulich mit dem Handy im Freibad geknipst. Anna macht im Badeanzug keine sehr gute Figur, und jetzt lachen sich viele in der Stufe über das unvorteilhafte Bild kaputt. Und Anna? „Für sie ist das eine schreckliche Geschichte, sie traut sich kaum noch in die Schule“, sagt die Psychologin Dr. Stephanie Pieschl von der Universität Münster. Sie kennt viele Geschichten wie die von Anna und Sarah, zwei Mädchen, die in Wirklichkeit anders heißen. Am kommenden Freitag (15. Juni) um 16.15 Uhr hält Pieschl zusammen mit ihren Kollegen Torsten Porsch im H1 am Schlossplatz 46 eine Vorlesung über „Ärgern im Internet“.

Genau das nämlich hat stark zugenommen. Noch vor drei Jahren, als Stephanie Pieschl schon darüber forschte, wussten nur wenige Kinder, Lehrer und Eltern etwas mit dem Thema anzufangen. Wenn Stephanie Pieschl und Torsten Porsch heute mit Kindern und Jugendlichen sprechen, hat in der fünften und sechsten Klasse schon ein Fünftel aller Schüler Erfahrungen mit Mobbing im Internet gemacht. „Die Eltern wissen meist nichts davon“, so die Erfahrung von Pieschl. Aber auch nicht jeder, über den etwas nicht ganz so Nettes im Netz steht, leidet sehr darunter, hat sie festgestellt. Aber: „Was der eine spaßig findet, darunter leidet der andere sehr.“

Stephanie Pieschl und Torsten Porsch wollen bei der Kinderuni erklären, was das Lästern im Internet so gefährlich macht. „Viele Kinder und Jugendliche denken meist nicht daran, dass sich die Informationen, die einmal im Netz stehen, dort wieder gelöscht werden können.“ Ein falsches Gerücht oder unvorteilhaftes Foto können einen also lebenslänglich verfolgen. Nicht alle, die Negatives im Netz über andere behaupten, tun das in böser Absicht. „Mancher weiß und erfährt gar nicht, wie sehr er jemanden verletzt hat“, beschreibt Stephanie Pieschl, was am Ärgern im Internet so gemein sein kann.

Bei der Kindervorlesung hat sie selbst auch viele Fragen an ihre Zuhörer – und wird verraten, was wie Kinder mit dem Internet umgehen können, damit Mobbing dort nicht passieren kann.

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