Mi., 29.04.2015

Klasse!-Pädagogen informierten sich im Medienhaus Aschendorff Das Handy als Unterrichtsthema

Wie lässt sich das Handy zum Unterrichtsthema machen? Medienpädagoge Johannes Wentzel (Mitte) informierte auf einer Lehrer-Fortbildung im Rahmen des Klasse!-Projektes über spannende Möglichkeiten.

Wie lässt sich das Handy zum Unterrichtsthema machen? Medienpädagoge Johannes Wentzel (Mitte) informierte auf einer Lehrer-Fortbildung im Rahmen des Klasse!-Projektes über spannende Möglichkeiten. Foto: Gunnar A. Pier

Warum eigentlich nicht: Medienkunde als Unterrichtsfach? Johannes Wentzel löste mit diesem Ansatz bei den Projektlehrerinnen und Projektlehrern, die kürzlich zur Klasse!-Fortbildung ins Medienhaus Aschendorff nach Münster gekommen waren, ein Schmunzeln aus. Die Aufmerksamkeit der Schüler, so ermunterten sich die Pädagogen gegenseitig, sei ihnen und dem Thema in so einem Fall bestimmt sicher.

Von Doerthe Rayen

Digitale Medien gehören für Kinder und Jugendliche längst zum Lebensumfeld dazu. Selbst Viertklässler seien heute wie selbstverständlich mit einem Smartphone ausgestattet und schickten Freunden Nachrichten von Lol (Laughing out loud) bis N8 (Nacht). Doch allein der Besitz eines Handys, unterstrich Medienpädagoge Johannes Wentzel , mache Kinder und Jugendliche längst nicht zu kompetenten Nutzern in der digitalen Welt. Auch nicht die Tatsache, dass sie die entsprechende Fingerfertigkeit und das Know-How besitzen, ein Handy zu bedienen, seien Garanten für ihre Medienkompetenz.

Die, so findet Johannes Wentzel, mache viel mehr aus. „Stolpersteine gibt es in Digitalien mehr als genug“, warnte der Medienpädagoge. Deshalb seien Regeln für den Umgang mit Handys genauso wichtig wie das Wissen um Gefahren und Risiken. Und die fangen bei Urheberrechtsverletzungen an und enden längst nicht bei der persönlichen Darstellung in sozialen Netzwerken wie Facebook , Instagram oder Plattformen wie „You now“.

Kinder und Jugendliche müssten genauso wie Erwachsene für den sinnvollen Umgang mit dem Smartphone sensibilisiert werden. Wentzels Basis-Botschaft lautete deshalb: „Think before you post“ – „Denke nach, bevor etwas veröffentlicht wird“. Denn erstens vergesse das Internet nichts – kein noch so lustiges Party-Foto, keinen Kommentar unter Instagram-Bildern. Und zweitens sei im Internet niemand allein. „Das Netz ist die Weltöffentlichkeit.“

Kindern und Jugendlichen das Internet mit all seinen Möglichkeiten zu verbieten, empfindet Johannes Wentzel nicht als geeignete Methode. „Der Umgang mit diesen Medien ist für die jüngeren Menschen in allen Lebenswelten enthalten. Sie treffen dort ihre Freunde, tauschen sich aus. Es ist ihr Kommunikationsverhalten.“ Umso wichtiger findet es der Medienpädagoge, den Umgang mit diesem Medium zu schulen. Es gehe darum, Kinder und Jugendliche mit einer Art Medien-Knigge auszustatten. Und der bedeutet am Ende: das Netz souverän zu nutzen. „Machen Sie das Handy zum Thema Ihres Unterrichts“, ermunterte Johannes Wentzel die Klasse!-Lehrer. Ideen hatte der Medienpädagoge reichlich dabei. Vom Quiz zu Chat-Abkürzungen über das Erstellen eines Lexikons Deutsch-Handysch bis zur Recherche zu Persönlichkeitsrechten ließen sich Schüler bei der Erstellung eines Medien-Knigge beteiligen. Das sei unterhaltsam, in jedem Fall aber auch erhellend für die benötigte Medienkompetenz.

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