Zeitungszeit
Fr., 19.11.2010
Die Entwicklung des Geldes: Von der Muschel zum E-Money
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Konjunktur, Absatz und Bilanz. Viele Jugendliche können mit diesen Begriffe nichts oder nur wenig anfangen. Im Rahmen des Medienprojektes „ZeitungsZeit“ veröffentlichen wir ein Glossar zum Wirtschaftswissen. Heute geht es um das Stichwort Geld:
Mit kostbaren Dingen fing es an: Wer in China vor 3500 Jahren eine Kuh kaufen wollte, konnte mit Kauri - seltenen weißen Muscheln - zahlen. In Afrika wurden Salzbarren, in Südamerika Kakaobohnen, auf den Fidschiinseln im Pazifik Walzähne, in Russland zu flachen Ziegeln gepresster Tee als Währung anerkannt. Weil Münzen aber gleich groß sowie schwer sind und auch gleich aussehen, setzten sie sich statt solchem Naturalgeld durch. Denn wer damit tauschte, vermied umständliches wiegen und zählen. Münzen machten den Handel schneller und einfacher.
Die ersten runden Münzen wurden in China vor etwa 2700 Jahren geprägt und eroberten von dort die Welt. Weil die Bronzestücke handlich-praktisch waren, kamen sie in immer größerer Zahl vor. Als Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel nahmen sie so die Eigenschaften von Geld an. Erste Goldmünzen prägten die Lyder vor 2.500 Jahren in der Westtürkei. Zu Zeiten des Perserkönigs Dareios 350 vor Christus waren wohl schon über 1.500 Tonnen Münzgold in Europa unterwegs. Die erste gedruckte Knete tauchte ebenso in Asien auf - als Ersatz bei Münzenmangel. Der venezianische Händler Marco Polo entdeckte 1276 Papiergeld in China. Es dauerte aber weitere 400 Jahre, bevor sich auch in Europa Banknoten verbreiteten.
Heute sind Münzen und Papiergeld weltweit Standard - und verlieren bereits wieder an Bedeutung. Zahlungsverkehr per Scheck, Überweisung oder Geldkarte bewegt kein Bares mehr. So wird etwa beim Schuhkauf per Plastikkarte nur noch das Bankkonto belastet. Elektronisch zahlen ist längst normal - auch dank Internet: Das Angebot ist riesig, der Preisvergleich leicht, bezahlen bequem. Zwar werden die meisten Internetkäufe noch per Kontoeinzug oder Rechnung beglichen. Aber das sogenannte E-Money ist auf dem Vormarsch: Über 70 Millionen digitale Konten und sogenannte Prepaid-Karten gibt es in Europa schon. Und was kommt dann? Vielleicht setzen wir bald Fingerabdrücke oder andere biometrische Erkennungsmerkmale als Geld ein.
» Das Glossar wird fortgesetzt. Alle Folgen gibt es auf den Klasse-Seiten im Internet.
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