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Zeitungszeit

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Do., 07.10.2010

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Stichwort Bilanz: Was unter dem Strich rauskommt

(Foto: Pixelio)

Konjunktur, Absatz und Bilanz. Viele Jugendliche können mit diesen Begriffe nichts oder nur wenig anfangen. Im Rahmen des Medienprojektes „ZeitungsZeit“ veröffentlichen wir ein Glossar zum Wirtschaftswissen. Heute geht es um das Stichwort Bilanz:

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Ohne Waage ist das Leben fast undenkbar. Ob Babys oder Briefe, ob Edelsteine oder Stahl: Geräte, die die Masse eines Körpers messen, werden täglich in Industrie, Handwerk, Transport, Forschung und jedem Haushalt genutzt. Wer mag schon Kuchen mit zu viel Mehl? Was hat nun das Wort Waage mit dem betriebswirtschaftlich zentralen Begriff Bilanz zu tun? Der Begriff „bilancia“ kommt aus dem Italienischen und bedeutet Waage. Was aber ist eine Bilanz und warum ist sie wichtig für Betriebe?

Eine Waage mit Balken oben und je einer angehängten Schale links und rechts macht es deutlich: Nur wenn auf beiden Seiten das gleiche Gewicht ruht, bleibt der Balken gerade. Auf die Bilanz einer Firma bezogen bedeutete das: Links stehen die Guthaben, die Werte - Aktiva genannt - und rechts die Schulden; sie heißen Passiva. So gehören zum Beispiel die gekaufte Werkstatt, eingelagerte Rohstoffe wie Holz sowie Geld auf dem Firmenkonto zu den Aktiva einer Schreinerei. Der Bankkredit und die geliehenen Bohr- sowie Fräsmaschinen aber zählen als Passiva. Werden beide Seiten nun an einem Stichtag gegenüber gestellt - also gewogen -, zeigt sich: Die Vermögens- und Finanzlage ist neutral, gut oder schlecht.

Wer eine Bilanz vorlegen muss, regelt das deutsche Handelsgesetzbuch. Freiberufler wie Ärzte, Dolmetscher oder Krankengymnasten müssen kein Kassenbuch führen, also nicht festhalten, was mit Barem bezahlt wurde. Kaufleute und Firmen, die im so genannten Handelsregister eingetragen sind, einen Gewinn von mehr als 50 000 Euro oder einen Umsatz von mehr als 500 000 Euro im Jahr erzielen, müssen hingegen darlegen, welche Guthaben vorhanden sind und wie das Vermögen finanziert ist.

Das Prinzip der Bilanz wurde schon im Mittelalter entwickelt. Luca Pacioli beschrieb 1494 das auch heute noch gültige Grundprinzip erstmals in einem Buch. Der Mönch und Mathematiker war Italiener. Kein Wunder, dass wir den Begriff Bilanz gebrauchen.


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