Zeitungszeit
Do., 07.10.2010
Warum Benzin immer teurer wird
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Wer Mofa, Moped oder Auto betankt, weiß: Die Kraftstoffpreise steigen. 1990 wurden je Liter Super etwa 60 Cent verlangt, im Jahr 2000 ein Euro. Heute kostet Super pro Liter über 1,40 Euro. Warum aber müssen wir für Sprit immer mehr hinblättern? Dafür gibt es einige Gründe.
So hat sich der Steueranteil am Benzinpreis seit Beginn der 90er Jahre auf 65,5 Cent pro Liter nahezu verdoppelt. Vor allem aber wird Erdöl als Basis von Benzin knapper. Während weltweit zunehmend Öl genutzt wird, schwinden die Reserven - als Folge müssen Käufer mehr zahlen. Tatsächlich erklärt Knappheit nicht nur das Auf und Ab von Preisen, sondern steht im Zentrum unseres wirtschaftlichen Handelns.
» Bedürfnisse sind grenzenlos. Klar: Wüstensand, Luft, Salzwasser gibt es auf unserem Planeten unbegrenzt, sie gelten daher als freie Güter - und kosten nichts. Bei Trinkwasser etwa ist es anders: Nur drei Prozent des global verfügbaren nassen Elements ist Süßwasser, der weltweite Verbrauch aber steigt. Eine solche Knappheit ist ein ökonomisches Grundproblem. Denn Mangel zwingt Menschen, Unternehmen und den Staat, für eine bestmögliche Versorgung zu sorgen.
» Echter und künstlicher Mangel. Zum Verständnis: Viele Güter sind von Natur aus knapp. Je nach Saison können Weizen und Wolle, Kaffee oder Kakao teuer oder günstig sein. Bei Silber besteht ein Mangel, weil viel von der Industrie verarbeitet, aber wenig gefördert wird. Andere Waren werden künstlich eingeschränkt.
Champagner ist kostbarer als Sekt, weil der Schaumwein den Status eines Luxusgutes besitzt und weniger davon in Flaschen abgefüllt wird. Und damit Sänger, Maler oder Schriftsteller für ihre Arbeit überhaupt Geld erhalten, sollten Bilder, Bücher und Lieder nicht ohne Erlaubnis kopiert werden. Eine Regel, die das Angebot künstlich reduzieren soll. Knappheit ist also Teil fast aller Dinge des täglichen Lebens.
