Spuren aus Leons Leben
Do., 10.11.2011
Krebskrankes Kind und seine Familie wurden vom Brückenteam intensiv betreut
Den Klangwürfel, der beim Drehen auf jeder Seite unterschiedliche Melodien spielt, hat Leon heiß und innig geliebt. Farbige Abdrücke von seinen kleinen Händen und Füßen hüten seine Eltern wie einen Schatz.
Münster -
Auf dem Tisch liegen Klangwürfel, Holzspielzeug und ein Blatt Papier mit den rot gestempelten Abdrücken zweier kleiner Hände und Füße. Ein unendlich wertvoller Schatz, der die Erinnerung an wunderschöne Stunden mit Leon (Name geändert) konserviert.
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Zwei Jahre und drei Monate alt ist der Kleine geworden. „Wir zählen jeden Tag, den wir mit ihm verbringen durften“, sagt Leons Mutter, die sich mit ihrem Mann einig ist: Ohne die Rund-um-Betreuung durch das Brückenteam des Uniklinikums „hätten wir ihm nicht bis zum Schluss so liebevolle Stunden in der Familie und mit seinem kleinen Bruder ermöglichen können“.
Denn nachdem bei Leon nach fünf Lebensmonaten ein Hirntumor diagnostiziert wurde, spielte sich ein Großteil des Lebens im Krankenhaus ab. Vier Tage im Monat Chemotherapie – danach ein Häufchen Elend, das wieder aufgepäppelt werden musste. Zwei große Hirnoperationen, mehrere kleine Operationen – „der Kleine kannte die Ärzte besser als die Oma“, blickt Leons Mutter zurück.
Die Eltern haben sich zerrissen in ihrer Sorge um Leon und dem Anspruch, auch dem wenige Monate alten Bruder gerecht zu werden. Sie wussten, dass Leon eine unheilbare Krankheit hat, sie haben versucht, auch in den letzten drei Monaten noch ein halbwegs normales Familienleben aufrechtzuerhalten. Mit Spaziergängen im Spezialwagen, Baden mit Mama und Papa, Vorlesen und Kuscheln mit dem Brüderchen.
Diese innigen letzten Wochen wären nicht möglich gewesen, wenn das Brückenteam des Klinikums nicht den enormen Kraftakt der Versorgung eines schwerstkranken Kindes zu Hause übernommen hätte.
Noch einmal Zeit für das gemeinsame Leben und für den Abschied zu haben, „ist für den Trauerprozess sehr wichtig“, weiß Brückenteam-Mitarbeiterin Silke Weingartz aus Erfahrung.
Das Brückenteam war bei Bedarf 24 Stunden für Leon und seine Familie zur Stelle. „Es gibt ganz viel Selbstvertrauen und Sicherheit, jederzeit jemanden zu haben, der hilft“, sagt Leons Mutter. Das Brückenteam organisierte die Versorgung im Netzwerk mit dem Kinderarzt, der Apotheke und einen ambulanten Pflegedienst, sorgte für eine Haushaltshilfe und kümmerte sich auch von heute auf morgen um eine weiche Spezialmatratze, damit Leon bis zum Schluss in einer Hängematte schaukeln konnte. Denn beim Schaukeln vergaß er für kurze Zeit seine Schmerzen und lächelte zufrieden.
Dies sind die Momente, in denen die Mitarbeiter des Brückenteams im Familienhaus wissen, dass ihre schwere Arbeit von unschätzbarem Wert ist.
Leider kann die zunehmende Zahl von Familien, die diese Betreuung notwendig haben, von dem kleinen Raum aus, den das Familienhaus dem Brückenteam zur Verfügung gestellt hat, nicht mehr bewältigt werden. Für einen Anbau mit Räumen für die ärztliche Leitung, die Untersuchung von Patienten aus anderen Krankenhäusern und für psychosoziale Betreuungsgespräche bittet der gemeinnützige Trägerverein „Familienhaus am Universitätsklinikum Münster“ dringend um Spenden.
| www.familienhaus-
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