Lichtblick für den Kapitän der Meere
Fr., 16.12.2011
Rolf Wilhelm hat Grauen Star – und hofft nun auf Hilfe von der Malteser-Sprechstunde
Mit Augenproblemen kam Rolf Wilhelm in die Sprechstunde der Malteser. Jetzt wurde Grauer Star festgestellt, er muss operiert werden.
Münster -
Der eine hat als Kapitän die halbe Welt bereist. Der andere hat sein Leben lang auf seiner kleinen Scholle gearbeitet. Der eine hat viel verdient, viel ausgegeben, Insolvenz angemeldet. Der andere muss jeden Cent zweimal umdrehen, damit es zum Leben reicht. Was sie verbindet? Beide Männer haben keine Krankenversicherung, beide zählen zu denen, die hoffnungsvoll auf die Malteser-Sprechstunde setzen. Und beide werden nicht enttäuscht – sie bekommen medizinische Hilfe, die sie sich selbst nicht leisten können.
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Bei Ludger B. (Name geändert) liegt der Fall ganz einfach: Er ist Landwirt, 51 Jahre, schuftet auf seinem kleinen Kotten, auf dem er groß geworden ist. Geld für eine private Krankenversicherung hat er nicht, erzählt Dr. Gabrielle von Schierstaedt von dem Patienten, der ihr sehr am Herzen liegt. Denn er rackere sich richtig ab, um überhaupt klar zu kommen. Vor Hartz IV hat er Angst: „Dann nimmt man ihm seinen kleinen Hof weg, und ihm bleibt nichts mehr von dem, wofür er lebt und arbeitet“, so die Leiterin der Sprechstunde. In den vergangenen Jahren hat Ludger B. immer mal wieder bei den Maltesern angeklopft: Grippe, Bronchitis, Zahnprobleme . . . Und natürlich haben ihm die Ärzte geholfen. Er bekommt Medikamente, sie vermitteln ihn zum Facharzt: „Und dafür ist er sehr, sehr dankbar.“
Fall zwei: Rolf Wilhelm kennt fast alle Weltmeere. 300 000-Tonner hat der Kapitän gesteuert, der nach einem schweren Unfall diesen Beruf an den Nagel gehängt hat. In den neuen Bundesländern hat sich der heute 70-Jährige nach der Wende mit einer Spedition selbstständig gemacht – und fast alles verloren. Zeit seines Lebens war er privat versichert, hat in die Rentenversicherung eingezahlt. Seit 2002 aber reicht sein Geld nicht mehr. Finanzielle Unterhaltsstreitigkeiten mit seiner geschiedenen Frau, Warten auf die Entscheidungen der Gerichte, all das macht ihm zu schaffen. Als er akut Sehprobleme bekommt, führt ihn sein Weg zu den Maltesern am Daimlerweg 33. Die Ärzte schicken ihn zum Augenarzt, Diagnose: Grauer Star. Jetzt muss operiert werden.
„Eigentlich bin ich so ein Typ, der lieber blind wird als Bitte-Bitte zu machen“, sagt der Mann. Aber er hofft, noch den Weg zurück in die Krankenversicherung zu schaffen.
Ein Lichtblick – und das im wahrsten Sinne des Wortes – ist für ihn aber die Aussicht, dass die Malteser sich jetzt um seine Augenoperation kümmern. „Das tun wir“, verspricht das Ärzte-Team.
