Menschen ohne Krankenversicherung
Mo., 31.10.2011
Kein Geld für den Doktor
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Münster - Menschen ohne Krankenversicherung, die gibt es? Ungläubige Blicke. „Hier doch nicht.“ Doch. Hier. In Münster. Direkt vor der Haustür. Sie haben Schmerzen - und wissen nicht wohin. Sie stürzen - und wissen nicht wohin. Doch das hat sich geändert. Seitdem Dr. Gabrielle von Schierstaedt die Malteser-Sprechstunde aufgebaut hat, haben Menschen ohne Krankenversicherung eine Anlaufstelle. Und die ist am Daimlerweg 33.
Ausschließlich über Spenden finanziert sich dieses Angebot, das für Betroffene oft der letzte Strohhalm ist: Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung, ehemals Selbstständige, die pleite sind und kein Geld für eine Versicherung haben. Nur wer Hartz IV bekommt, der ist abgesichert. Wer keine Versichertenkarte hat, der fällt durch das Raster.
Allein in diesem Jahr waren es bisher 180 Frauen und Männer, die um Hilfe nachgesucht haben. Zahnschmerzen, Geschwüre, gynäkologische Probleme, gebrochene Beine, Krebserkrankungen: „Wir sehen Krankheiten wie in jeder Praxis“, erzählt Dr. von Schierstaedt.
Aufgebaut hat sich nach und nach ein Netzwerk von Fachärzten, das die insgesamt vier Mediziner unterstützt, die dienstags von 10 bis 14 Uhr ehrenamtlich den weißen Kittel anziehen. Ihren Namen müssen Patienten nicht sagen, hier gilt nur eins: „Wir helfen.“