Der gute Geist von Blikkiesdorp
Fr., 25.11.2011
Gesundheitsarbeiter Eddie Swartz kämpft mit Hilfe von „Hope & Future“ gegen Aids
Blikkiesdorp – Blechdorf – ist die Heimat von Eddie Swartz. Hier kämpft der Gesundheitsarbeiter aus Leidenschaft erfolgreich gegen Aids und Armut. „Hope & Future“ finanziert seinen Arbeitsplatz.
Münster -
Blikkiesdorp heißt „Blechdorf“. Der Name trifft den Nagel auf den Kopf. Sämtliche Hütten bestehen aus Blech – brüllend heiß im Sommer, klamm und feucht im Winter. Sie wurden vor einigen Jahren aufgestellt, um ein paar Tausend Menschen umzusiedeln. Deren alte Heimat lag in der Nähe der WM-Stadien – und den Fußballtouristen sollte der Anblick dieser hässlichen Armut erspart bleiben . . .
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„Blikkiesdorp“ ist heute ein Teil der Township Delft. Und der Ort, auf den sich die Hilfe des Vereins „Hope & Future“ konzentriert. Denn in dieser elenden Umgebung gedeiht das Aids-Virus besonders gut. Doch es gibt eine unschlagbare Waffe im Kampf gegen Krankheit und Armut: Eddie.
Eddie – Edward Swartz – ist einer der Gesundheitsarbeiter, deren Lohn mit Spenden aus Deutschland bezahlt wird. In der Township ist er eine Legende, und für die Menschen ist er „einer von uns“. Regelmäßig besucht er die Aidskranken, um zu schauen, ob sie ihre Termine in der Klinik einhalten und regelmäßig ihre Medikamente abholen. Eddie ist der Mann, der den Notarzt oder den Krankenwagen ruft – oder die Menschen selbst ins Krankenhaus bringt. Und dabei kann er ganz schön hartnäckig sein.
Eddie hatte Kinderlähmung, er kann nicht so laufen wie andere Menschen. Daher weiß er aus eigener Erfahrung, was Diskriminierung bedeutet. „Dies möchte er mit seiner Arbeit für Menschen mit Aids zu lindern versuchen“, sagt Gregor Lamers von „Hope & Future“ begeistert: „Das ist sein Motor, das treibt ihn an.“
Gut, dass Eddie in Blikkiesdorp wohnt. Es gibt immer noch viele Menschen, die sich nicht trauen, zum Beratungscontainer zu kommen – soll ja niemand wissen, dass man vielleicht Beratungsbedarf in Sachen Aids haben könnte. Daher bekommt Eddie oft nach Feierabend „Besuch“ – natürlich geht es dabei um Aids. Es sind übrigens vorwiegend Männer, die sich auf diese diskrete Art beraten lassen.
Zum Beispiel Thabo. Der hatte erfahren, dass seine schwangere Frau HIV-positiv ist, und wusste nicht ein noch aus. Sollte er sie nicht besser verlassen? Was würden die Nachbarn sagen? Was die Familie? Eddie nahm den jungen Mann sehr ernst und informierte ihn behutsam über Aids, riet ihm auch, selber einen Test zu machen. Heute gehört Thabo zu den Ehrenamtlichen am Gesundheitscontainer . . .
„Hope & Future“ fördert Eddies Arbeit – und die seiner Kollegen im Gesundheitscontainer. Sein Lohn ist bescheiden, muss aber von Spenden finanziert werden. Deshalb hoffen Gregor Lamers und seine Mitstreiter auf die Hilfe der WN-Leser.