Hoffnung im Gemüsegarten

Fr., 18.11.2011

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Mit gesunder Ernährung sollen die Menschen in Südafrika ihre Abwehrkräfte im Kampf gegen Aids stärken

„Hope & Future“ finanziert ein Ernährungsprogramm in Delft und unterstützt die Anlage von Gemüsegärten - damit Kinder wie die kleine Onele trotz HIV gut durchs Leben kommt.Foto: (Hope &Future)

„Hope & Future“ finanziert ein Ernährungsprogramm in Delft und unterstützt die Anlage von Gemüsegärten – damit Kinder wie die kleine Onele trotz HIV gut durchs Leben kommt. Foto: Hope &Future

Münster - 

Aids? Was ist das? Wer sich in Südafrika öffentlich über die Immunschwächekrankheit äußert, stößt auf eine Mauer des Schweigens – oder der Ablehnung. Gregor Lamers hat das in Delft selbst erfahren. Der Vorsitzende des Vereins „Hope & Future“ reist alle zwei Jahre in die Kapstadter Township, um sich an Ort und Stelle zu überzeugen, wie die Hilfe aus Münster ankommt. Ihm wurde ein bescheidenes Haus gezeigt, das nur für die Versorgung von Aids-Patienten bestimmt sei. „Das ist also die Aids-Klinik?“, fragte er arglos. Die südafrikanischen Begleiter zuckten zusammen: „Nicht so laut . . .“ Über Aids spricht man nicht einmal dort, wo die Krankheit behandelt wird.


Dass Aids nirgendwo auf der Welt so verbreitet ist wie im südlichen Afrika, hören die Betroffenen nicht gern. Und dass es einen Zusammenhang zwischen dem unter Männern weit verbreiteten Fremdgängertum und der Krankheit gibt, auch nicht. Leidtragende sind die Frauen, die von ihren Männern angesteckt werden; und die Kinder, die sich im Moment der Geburt bei den Müttern infizieren.

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Onele ist so ein Fall. Ein fröhliches Kind von zwei Jahren, das gerne lacht und spielt – aber viel zu dünn ist. Sie ist HIV-positiv; doch weil sie von „Hope & Future“ unterstützt wird, „hat sie gute Chancen, lange zu leben“, wie Gregor Lamers betont. Das Problem, wie sie regelmäßig zur Klinik kommt, um ihre Medikamente zu nehmen, lässt sich mit Geld lösen: Die Fahrtkosten betragen etwa 1200 Rand jährlich, das sind etwa 120 Euro.

Die Frage, wie Onele ein bisschen zunehmen könnte, ist schwieriger zu beantworten. Denn Nolukholo, Oneles Mutter, hat eigentlich noch ganz andere Sorgen. Seit 2006 weiß die 35-Jährige, dass sie den Aids-Virus in sich trägt. Und seitdem kämpft sie um ihren Platz in der Gesellschaft der Township, in der HIV-Positive und Aids-Kranke nichts gelten. Dass sie sich durchgerungen hat, die Hilfe der von „Hope & Future“ finanzierten Gesundheitsarbeiter in Anspruch zu nehmen, war ein riesiger Schritt.

Nolukholo ist arbeitslos. Geld für gute Lebensmittel hat sie nicht – und gerade auf die ist ihre Tochter angewiesen. Mit Hilfe des Vereins aus Münster geben die Gesundheitsarbeiter einmal wöchentlich eine Tüte mit Obst und Gemüse aus. Und sie bringen ihren Klientinnen auch bei, babygerecht zu kochen. Sechs Monate lang treffen sich die Mütter kleiner Kinder im Gesundheitscontainer und lernen alles über gesunde Kost.

Ein Nachbar hilft Nolu­kholo seitdem, das gekochte Gemüse für Onele zu pürieren, das mag die Kleine gern. Noch etwas Butter und Zucker ans Essen – und schon ist Onele bereit, mehr als nur wenige Teelöffel zu sich zu nehmen. Damit die Vorräte nicht zur Neige gehen, fördern die Gesundheitsarbeiter auch den Gemüseanbau in der Township. Ansonsten wird biologisch angebaute Ware von der Initiative „Harvest of Hope“ geliefert.

Um die Arbeit in der Township Delft zu bezahlen, muss „Hope & Future“ jährlich Zehntausende Euro sammeln. Gregor Lamers und seine Vorstandskollegen hoffen auf die Spendenbereitschaft der WN-Leser, damit sie helfen können.


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