Südafrika

Mo., 21.11.2011

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Hoffnung für die Aids-Kinder

Das südliche Afrika hat die höchste Aids-Infektionsrate der Welt. Auch in den Townships von Kapstadt sterben vor allem die Menschen der mittleren Generation daran. Zurück bleiben die ganz Alten - und die ganz Jungen.Foto: (nn)
Von Lukas Speckmann

Münster - Der Mann war voller Schrotkugeln. Die Geschosse steckten seit Jahren in seinen Knochen; ein grauenvoll schmerzhaftes Andenken an die Polizei des Apartheid-Regimes. Geld für eine Operation hatte er natürlich nicht.

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Die drei Touristen aus Münster hörten von dem Mann und seinem Schicksal. Kaum waren sie aus Südafrika zurückgekehrt, sammelten sie das Nötige für die Operation, ein paar Hundert Mark. Der von seinen Schmerzen befreite Mann bedankte sich herzlich. Er schloss seinen Brief mit den Worten: „Helfen Sie jetzt bitte anderen armen Menschen in Südafrika - wie Sie mir geholfen haben.“

Das war der Funke. Die drei Ex-Touristen Gregor Lamers, Andreas Schröer und Heinz Westhoff fühlten sich fortan den trotz allem lebensfrohen Menschen in Südafrika verpflichtet. 2001 gründeten sie in Hiltrup den Verein „Hope & Future“, also „Hoffnung und Zukunft“, um in Kapstadt zu helfen.

Kapstadt? Tafelberg, Wein, Krügerrand und Fußball-WM - das fällt den meisten zu dem Stichwort ein. Von wegen. Südafrika ist ein Land im Umbruch mit viel Not und Elend. 3,4 Millionen Einwohner zählt Kapstadt offiziell. Die Bewohner der Townships tauchen in der Statistik kaum auf - Gregor Lamers schätzt, dass es fast ebenso viele sind.

In diesen ärmlichen Quartieren spielt sich ein anderes Leben ab: Die Arbeitslosenquote beträgt 80 Prozent, die Kriminalitätsrate ist himmelhoch, Alkohol und Drogen kursieren massenweise. Das Schlimmste von allem: Aids. Es gibt Statistiken, wonach 25 bis 30 Prozent der Menschen betroffen sind. Genau weiß man es nicht, denn Aids ist in Südafrika ein monströses Tabu: Man hat es nicht, man kennt es nicht, man stirbt nicht daran. Selbst die politische Elite neigt dazu, die Krankheit zu ignorieren. Die Hauptleidtragenden: Kinder. Sie sind entweder selbst infiziert oder - weitaus häufiger - Aids-Waisen.

Nun kommt „Hope & Future“ ins Spiel. Der Verein hilft Aids-Kindern in Delft, einer 600000-Seelen-Township hinter dem Flughafen. Und den Kindern wird am besten geholfen, indem man die Familien unterstützt. Mit Hilfe einer örtlichen Organisation werden in Delft Gesundheitsarbeiter beschäftigt, die nicht nur zum Thema Aids aufklären, sondern auch dafür sorgen, dass Jugendliche nicht auf die schiefe Bahn geraten und ganze Familien wieder in Lohn und Brot kommen. Ein ganzheitliches Konzept - für das „Hope & Future“ jedes Jahr einige Zehntausend Euro aufbringen muss.

„Wir möchten, dass in Südafrika eine gesunde Generation aufwächst“, sagt Gregor Lamers. Die Spenden aus Münster wären dafür ein unschätzbarer Beitrag.


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