Fr., 07.12.2012

Kinder Unterwegs mit echten Meeresforschern

Kinder : Unterwegs mit echten Meeresforschern

Mit diesem Forschungsschiff schippern Rike und Linnea vor Westafrika. Foto: Martin Visbeck/GEOMAR Foto: dpa

Für die einen klingt es nach Urlaub: 27 Grad Celsius, Sonnenschein und Meer. Für zwei Schülerinnen aber klingt es nach einem großen Abenteuer. Denn Rike und Linnea aus Schleswig-Holstein sind auf einem Forschungsschiff unterwegs.

Von dpa

Es kreuzt vor der Küste von Westafrika . Dort ist es gerade richtig schön warm. Vier Wochen lang dürfen die beiden 15-Jährigen die deutschen Meeresforscher vom Forschungsinstitut Geomar in Kiel bei ihrer Arbeit begleiten. Rike und Linnea erzählen, wie es auf einem Forschungsschiff zugeht.

Wie seid ihr denn auf die Idee gekommen?

Linnea: «Bei uns an der Schule gibt es eine Meereskunde-AG. Da mache ich schon seit der 5. Klasse mit. So eine ähnliche AG gibt es auch bei Rike an der Schule. Die Frau, die bei uns an der Schule die AG betreut, arbeitet beim Geomar. Von daher kenne ich das Institut ganz gut. Und wir tauschen auch immer wieder Messungen untereinander aus. Es gab dann irgendwann ein Auswahlverfahren, an dem Schüler mitmachen konnten, die das Geomar schon kennen. Da haben wir uns beworben.»

Was ist das Spannende an der Meeresforschung?

Rike: «Im Meer spielen sich unglaublich viele verschiedene Prozesse ab. Und alle diese Prozesse hängen miteinander zusammen. Das, was im Ozean passiert, hat Auswirkungen auf die ganze Welt. Man kann hier zum Beispiel ziemlich gut den Klimawandel und seine Folgen beobachten.»

Wie ist das, so lange auf einem Schiff zu sein? Was gefällt euch?

Rike: «Das Wetter ist toll. Und die Leute an
Bord sind alle total nett. Man lernt jeden Tag etwas dazu. Man bekommt einen richtigen Einblick in die
Arbeit der Meeresforscher. Und man darf hier richtig mitarbeiten. Ich durfte zum Beispiel beim
Otis helfen. Das ist eine Art großer Schlitten, der hinter dem Schiff hergezogen wird. Den muss man natürlich vorher vorbereiten. Zum Beispiel durfte ich dabei helfen, die Pumpen auszuwechseln. Das ist toll, wenn man nicht einfach nur herumsteht, sondern wenn man richtig mithelfen darf.»

Linnea: «Die Forscher verlassen sich auf uns. Wenn ich zum Beispiel das
Plankton zähle, dann kommt niemand daher und zählt noch mal nach. Die verlassen sich einfach auf mich.»

Und gibt es auch etwas, das euch nervt oder das ihr vermisst?

Linnea: «Nerven tut bis jetzt noch gar nichts. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass hier irgendwann einmal etwas nerven könnte. Denn das ist alles einfach irre spannend. Man kann hier den richtigen Forschern über die Schulter schauen. Vielleicht vermisse ich in ein paar Tagen meine Familie und meine Freunde. Aber gerade haben wir so viel zu tun und lernen so viel, dass wir dazu gar keine Zeit haben.»

Rike: «Klar vermisse ich ein bisschen meine Familie. Ich könnte mir aber vorstellen, sogar noch länger an Bord zu bleiben.»

Und seid ihr schon seekrank geworden?

Linnea: «Gestern ging es mir nicht ganz so gut. Aber wenn man dann raus an die frische Luft geht und auf den Horizont schaut, dann wird das schon wieder. Wir haben ja auch gutes Wetter. Da sind die Wellen dann nicht so hoch.»

Gibt es etwas, auf das ihr an Bord besonders aufpassen müsst?

Rike: «Man darf es sich nicht mit der Crew verscherzen. Man muss immer freundlich und höflich sein. Und man sollte die Crew nicht in ihrer Freizeit stören. Denn auf dem Schiff wird rund um die Uhr gearbeitet, also auch nachts. Es gibt drei Schichten. Wenn die Leute von der Nachtschicht dann schlafen, muss man ein bisschen ruhiger sein. Und man sollte die Musik vielleicht nicht voll aufdrehen. Aber bislang hat sich noch niemand beschwert.»

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