So., 26.05.2013

Kinder Gregor Johann Mendel: Ein Priester und seine Erbsen

Ganz gewöhnliche Erbsenschoten brachten Mendel auf die Spur. Foto: Fredrik von Erichsen

Ganz gewöhnliche Erbsenschoten brachten Mendel auf die Spur. Foto: Fredrik von Erichsen Foto: dpa

Gregor Johann Mendel war ein bedeutender Wissenschaftler. Er lebte vor mehr als 100 Jahren - im 19. Jahrhundert. Damals entdeckte er, wie Vererbung funktioniert.

Von dpa

Also zum Beispiel wie es kommt, dass Kinder ihren Eltern ähnlich sehen. Aberstand nicht im Labor - wie viele Wissenschaftler heute. Er war Priester und Mönch und lebte in einem Kloster. Im Garten des Klosters experimentierte er vor allem. Wie es dazu kam, haben wir den Experten Uwe Hoßfeld gefragt.

Ein Mönch lebt doch eigentlich für Gott und die Kirche. Wieso konnte Mendel als Mönch Wissenschaft machen?

Uwe Hoßfeld: «Das war in der damaligen Zeit gar nicht so ungewöhnlich. Es kam häufig vor, dass Mönche oder auch Lehrer in den Schulen naturwissenschaftlich geforscht haben. In den Klöstern gab es zum Beispiel oft große Bibliotheken mit vielen wissenschaftlichen Büchern. Die Mönche hatten also anders als die meisten Menschen die Möglichkeit, zu lesen und zu studieren. Mendel hat sich schon früh für Wissenschaft interessiert. Mönch zu werden, war für ihn eine gute Möglichkeit, seinem Interesse nachzugehen.»

Wollte er schon als Kind Mönch werden?

Uwe Hoßfeld: «Na ja, das wohl nicht. Als Kind lebte Mendel in einem kleinen Dorf. Er besuchte dort die Volksschule, später eine katholische Schule in der Nähe. Mendel war ein super Schüler. Und das fiel seinen Lehrern auf. Sie setzten sich dafür ein, dass er das Gymnasium besuchen durfte. Dafür musste er dann allerdings weg von zu Hause.»

Wie war das für Mendel?

Uwe Hoßfeld: «Für ihn war das eine harte Zeit. Er war arm, hat Hunger gelitten und musste schon früh nebenbei als Lehrer arbeiten. Er besuchte dann noch eine weitere Schule und studierte Mathematik, Physik und andere Fächer. Seine Familie hat ihn dabei immer unterstützt. Seine Eltern schickten ihm zum Beispiel Fresspakete. Als der Vater starb, verzichtete seine Schwester sogar auf ihr Erbe, damit er weiter studieren konnte. Aber trotzdem muss Mendel irgendwann einsehen, dass es so nicht weitergeht. Und dann trat er ins Kloster ein. Denn dort war er versorgt und musste nicht mehr hungern.»

Und dort begann er dann zu experimentieren?

Uwe Hoßfeld: «Ja. Aber er studierte auch Theologie und wurde Priester. Seine Vorgesetzten bemerken allerdings ziemlich schnell, dass er sich mehr für die Wissenschaft als für das Priesteramt interessiert. So wurde er dann Hilfslehrer am Gymnasium. Richtiger Lehrer wurde er nie, weil er die Prüfung nicht besteht.»

Ein so berühmter Wissenschaftler ist durch eine Prüfung gefallen?

Uwe Hoßfeld: «Zumindest beim ersten Mal. Vermutlich lag das daran, dass er sich so viel selbst beibringen musste. Sechs Jahre später meldet er sich noch einmal zur Prüfung an. Aber auch dieser Versuch scheiterte. Man weiß nicht, ob er noch mal durchgefallen ist oder gar nicht erst zur Prüfung erschienen ist. Für Mendel schien damit jedenfalls festzustehen: Ich bleibe Priester und Hilfslehrer. Und dann legte er richtig mit seinen Versuchen los, für die erist: den Kreuzungsversuchen mit Erbsen

Leserkommentare

Google-Anzeigen

flohmarkt.ms Anzeigen

Schnäppchen und Angebote aus Ihrer Umgebung

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1679156?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F827810%2F1747211%2F1753693%2F