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Mo., 29.09.2008

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Bagno-Konzert: Großes Kino mit Harfe

Harfenistin Isabelle Moretti stimmt ihr Instrument, um hernach die schaurig-schönen Klänge des Komponisten André Caplet hervorzulocken. (Foto: -heh-)

Steinfurt . Es wirkt fast makaber, ein nachmittägliches Konzertprogramm in der hübschen Bagno-Konzertgalerie unter das Motto „Die Maske des roten Todes“ zu stellen, denn immerhin ist Edgar Allan Poes geniale Geschichte ein schauriges kleines Ding...

Von Heike Eickhoff

Steinfurt - Es wirkt fast makaber, ein nachmittägliches Konzertprogramm in der hübschen Bagno-Konzertgalerie unter das Motto „Die Maske des roten Todes“ zu stellen, denn immerhin ist Edgar Allan Poes geniale Geschichte ein schauriges kleines Ding, voller verzweifelter Farbenpracht, praller Lebensgier und ungemein blutigem Ende.

Doch André Caplets Komposition „Conte fantastique“, der diese Geschichte Poes zugrunde liegt, war nun einmal das hochexpressive Schlussstück des tollen Konzertes. Wild und lyrisch im geschwinden Wechsel und exzellent ausgeführt hinterließ es einen imposanten Eindruck. Harfenistin Isabelle Moretti und das Streichquartett Quartour Ebène saßen bei Caplets musikalischem Husarenritt fest im Sattel, hatten hörbar Freude am gruseligen Treiben. Ein wenig schade, dass die Geschichte Poes in etwas braver Zusammenfassung vom sympathischen jungen Cellisten Raphael Merlin vor dem Spiel des Werkes vorgetragen wurde – ein geübter Sprecher wäre imposanter gewesen, denn diese bunte Musik schafft im Kopf des Zuhörers heftige Bilder. Großes Kino, nur eben ohne Film.

Claude Debussys „Danses pour Harpe“ gehören zu den Bravourstücken der Harfenisten. Isabelle Moretti bediente das Instrument makellos, ließ es gewissermaßen tanzen und suggerierte absolute Leichtigkeit. Der Kontrast der Streichinstrumente, die durch ihre Bogentechnik schier endlose Töne spielen können, zur tonlich kurzatmigen Harfe erwies sich als sehr reizvoll. Die gemeinsame Zugabe, Maurice Ravels „Pavane pour une infante défunte“ in Bearbeitung für dieses ungewöhnliche Quintett, glättete am Ende die musikalischen Wogen fast zu sehr.

Die erste Konzerthälfte gehörte ausschließlich den vier jungen Streichern: Bela Bartóks zweites Streichquartett gefiel durch oppulente Klangpracht, saubere Intonation und sicheres Spiel in rhythmisch vertrackten Passagen. Klasse, davon mag man weitaus mehr hören. So frisch und virtuos wie dieser Bartók kam auch Mozarts Divertimento D-Dur (KV 136) daher.


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