Kultur Nachrichten
Die Mischung macht´s: Nokia Night of the Proms in Oberhausen

Mittwoch, 02.12.2009, 16:12 Uhr

Oberhausen - Das ganz große Feiern war am Dienstagabend in Oberhausen angesagt: „ Nokia Night of the Proms “. Seit mittlerweile 15 Jahren in Deutschland heimisch, kann die Großveranstaltung auf jede Menge Highlights zurückblicken.

Als die Idee, Klassik mit Pop in einer Veranstaltung zu verbandeln, nach Deutschland überschwappte, war sie in den Benelux-Staaten bereits zehn Jahre als Rock-meets-Klassik-Projekt bekannt, und jene Stimmen, die die Veranstalter für Spinner hielten, verstummten nach und nach. Im Oktober 1994 hatte das erste Konzert in Dortmund Premiere, inzwischen ist der Brückenschlag zwischen den beiden Genres selbst zum Klassiker gereift. Viele Rock-Größen gaben sich in dieser Zeit die Ehre, aber auch die Klassik kam nicht zu kurz: David Garrett wurde hier einem größeren Publikum bekannt.

Im Jubiläumsjahr sollte natürlich die musikalische Auswahl hohen Ansprüchen genügen, damit die rund 10 000 Musikfreunde aller Altersklassen beschwingt mitfeierten. Die Liste der Beteiligten sorgte dafür, dass trotz des Monats Dezember reichlich Hitze in der Konzerthalle entstehen konnte. Den Anfang machte wie immer das Orchester „Il Novecento“ mit 75 Instrumentalisten unter der Leitung von Robert Groslot. Passend zum Haydn-Jubiläum spielten sie den 4. Satz der 88. Sinfonie und brachten mit diesem Opus und mit dem „Blumenwalzer“ unter blumenförmigen Scheinwerfern Stimmung in den Saal.

Christina Stürmer kam ein bisschen - auch im wahrsten Sinne - „mager“ daher, wogegen die beiden Briten „Heaven17“ mit ihrem Hit „Temptation“ wieder dem Publikum einheizten. Höhepunkt im ersten Teil des Abends war der Auftritt von Alan Parsons. Seinen größten Hit „Eye In The Sky“ (1982) spielte er gemeinsam mit dem ausgelassenen Sänger P.J. Olsson.

Nach der Pause gab es ebenfalls erfreuliche Spitzenleistungen in Oberhausen zu erleben - so die „Katona Twins“, Gitarrenzwillinge aus Ungarn, sowie den legendären John Miles, der zeigte, dass er nicht nur „Music“ kann. Er punktete auch als Sänger und Gitarrist bei „If I could“ und „Stairway to Heaven“. Mit besonderer Spannung wurde natürlich der Auftritt von „Roxette“ erwartet, die der Welt sehr bekannte Hits wie „Joyride“, „The Look“ und „Listen to Your Heart“ geschenkt haben.

Der erste gemeinsame Bühnentermin von Marie Fredriksson und Per Gessle seit 2001 wurde dann auch zu dem eigentlichen Ereignis des Abends in Oberhausen. Bereits 2002 sollte das schwedische Popduo bei den Proms auftreten, aber eine schwere Erkrankung bei Marie Fredriksson ließ die Pläne platzen. Nach langwieriger Rehabilitation stand sie nun in Siegerpose auf der Bühne, wenn auch ihre Kraft für die hohen Töne bei „It must have been Love“ nicht mehr ausreichte und das Duett mit Per Gessle misslang. Deswegen war der Applaus nicht geringer. Das Publikum zeigte sich eher gerührt.

Begleitet von Orchester und Chor sangen sich die Schweden in die Herzen der stehend applaudierenden Besucher - es war der emotionale Abschluss eines in jeder Hinsicht bewegenden Abends. Eine gelungene Geburtstagsparty für Musikfans aller Couleur, die nach dreieinhalb Stunden in purer Begeisterung endete.

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