Mi., 10.03.2010

Kultur Nachrichten Plötzlich ist Anton Urspruch in aller Munde

Von unserem Mitarbeiter Chr. Schulte im Walde

Münster - Was tut man für einen vergessenen Komponisten? Man gewinnt Künstler, die sich mit seiner Musik beschäftigen, sich für sie begeistern und sie schließlich aufführen. Veronica Kircher ist seit etlichen Jahren in der glücklichen Situation, Kontakt zu solchen Künstlern zu haben. Und der Komponist, für den sich die emeritierte Fachhochschulprofessorin aus Münster engagiert, heißt Anton Urspruch . Er wurde 1850 in Frankfurt geboren und starb 1907. Veronica Kircher ist die Enkelin des Musikers, dem man zu Lebzeiten international Anerkennung entgegenbrachte, der aber nach seinem frühen Tod schnell in Vergessenheit geriet.

Urspruch teilt dieses Los mit vielen seiner Kollegen. Doch diesem Vergessen setzt Veronica Kircher ein Ende, Stück für Stück. Der jüngste Schritt auf diesem Weg: die vor wenigen Wochen erfolgte Gründung der Anton-Urspruch-Gesellschaft. „Wir wollen mit deren Hilfe die Wiederentdeckung und Neuaufführung der Werke Urspruchs fördern und zugleich die wissenschaftliche Forschung über ihn unterstützen“, erläutert Veronica Kircher. An der Uni Münster ist derzeit eine Dissertation über Leben und Werk des Meisters in Vorbereitung.

Kirchers Aktivitäten in den letzten Jahren brachten bereits guten Ertrag. So konnte der Liederkomponist Urspruch auf einer CD mit der münsterschen Sopranistin Heike Hallaschka dokumentiert werden, Aufnahmen sinfonischer Werke sowie Kammermusik wurden von verschiedenen Rundfunksendern produziert.

Zwei vollendete Bühnenwerke von Anton Urspruch schlummern bislang noch zwischen den Deckeln der Partitur. Doch das wird sich, wenn alles klappt, schon bald ändern. „Das Unmöglichste von allem“, die 1897 entstandene komische Oper nach dem Lustspiel des Spaniers Lope de Vega, soll im September 2011 vom renommierten Theatermann Peter P. Pachl in Szene gesetzt werden. Der hat bereits ein Auge auf Urspruchs Fragment „Die heilige Cäcilie“ geworfen. Auch Urspruchs Klavierwerke stoßen mittlerweile auf Interesse, etwa bei der Pianistin Ana Markovina, die nicht nur das große Klavierkonzert in ihr Repertoire aufgenommen hat und CD-Einspielungen plant.

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