Mo., 24.05.2010

Kultur Nachrichten Die ganze bunte Palette des Lebens

Von unserer Mitarbeiterin Heike Eickhoff

Münster - Die Internationalen Tanztage Münster begannen am Samstag gleich mit einem fulminanten Höhepunkt. Das „Projekt Cage “, im Großen Haus unter stehenden Ovationen uraufgeführt, ist eine Kooperation des Tanztheaters Münster und des Folkwang-Tanzstudios.

Eigens für die Tanztage wurde dieses bis zur letzen Bewegung spannende Stück von Daniel Goldin choreografiert. Musik von John Cage liefert die Basis, die Inspiration und den Antrieb - bei den Musikern von „The lilac Truth“(Leitung: Helmut Buntjer) und dem niederländischen Vokalakrobaten und Klangkünstler Jaap Blonk in den allerbesten Händen. Die Tänzer setzen die Musik nicht Ton für Ton in Bewegungen um, sondern lassen sich von ihr vielmehr inspirieren. Überraschende, verzweifelte, fröhliche, komische und klischeebeladene Figuren entstehen. Das „Projekt Cage“ ist eine ganze bunte Lebenspalette an fiktiven und traumhaften Ereignissen und Emotionen auf gut anderthalb Stunden verteilt, mit nur wenig Requisiten und der spartanisch genial gestalteten und subtil beleuchteten Bühne als Rahmen. Dabei geht es weder um eine durchgehende Story noch um die direkte Umsetzung der Musik. Eher hat Goldin in den emotionalen Gehalt der Musik hineingehorcht. Und davon ist, auch wenn Cage häufig als der intelligente Clown der Neuen Musik gesehen wird und seine Musik tatsächlich vor bunten, unterhaltenden Elementen strotzt, eine gehörige Menge drin.

Ein weißer, nach vorn offener Würfel bildet die Kulisse für das bisweilen rasante Treiben der fünfzehn Tänzerinnen und Tänzer (Bühne: Matthias Dietrich). Zuweilen tummeln sich skurrile Personen auf der Bühne, verzichten auf Interaktion und entwickeln eine jeweils eigene Körpersprache. Schließlich blitzt der Humor des John Cage durch. Er lässt die Musiker zur Melodika greifen und lange, quietschsaubere Töne durch das Große Haus blasen. Im Stück „Living Room Music“ angeln sich Musiker und Tänzer allerlei Küchengerät und schaffen mit Schüsseln, Rührbesen und Konserven ein dichtes, recht sicheres rhythmisches Geflecht. Das Publikum kann sich das Lachen nun nicht mehr verkneifen.

» Am 27. Mai und 2. Juni (jeweils 19.30 Uhr) ist das „Projekt Cage“ nochmals im Großen Haus zu sehen.

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