Lyrik von Friedrich Hirschl
Feiner Beobachter

Dienstag, 15.06.2010, 17:06 Uhr

Lyrik kommt heutzutage oft verrätselt daher. Autoren knallen Wörter in den Raum, lassen Grammatik, Sinn und Kontext fahren und hoffen darauf, dass der Leser sich auf wilde Assoziationen einlässt, wenn er sie schon nicht nachvollziehen kann. Lyrik kann auch furchtbar banal sein, wenn Reime zu allen möglichen und unmöglichen festlichen Anlässen aufeinandergepresst werden.

Der Lyriker Friedrich Hirschl aus Passau , regional erfolgreicher Autor und auch schon als „Meister der feinsinnigen Bilder“ im Rheinischen Merkur gerühmt, spricht auch jene Leser an, die vielleicht nicht unbedingt Lyrik-Fans sind. Seine äußerst knappen Gedichte handeln von der Natur und von den Jahreszeiten und weisen den Autor als feinen Beobachter und sprachgewandten Schreiber aus. Was Hirschl schreibt, lässt sich nachvollziehen, die Bilder, die er für Land und Leute, Wind und Wetter findet, sind ebenso fantasievoll wie eingängig. Eine kleine Kostprobe die unseren bislang etwas widerspenstigen Sommer prima charakterisiert: „Der Sommer mit großen Zielen / Doch die Sonne streikt / Statt all ihre Kräfte aufzubieten / sieht man sie häufig / im hohen Ufergras / bei einem ausgedehnten Nickerchen.“

» Friedrich Hirschl: Nachthaus. Gedichte, Stutz-Verlag, Passau, 94 Seiten, 14.80 Euro.

Johannes Loy

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