Do., 16.12.2010

Kultur Nachrichten Rinderbaron kauft Kaff

Von unserem Redaktionsmitglied Johannes Loy

Münster - Wenn sich am Samstag um 19.30 Uhr im Kleinen Haus „De Lüü van´n Lehmpott “ an die Köppe kriegen, dann ist das für Hannes Demming wiederum ein kleines Stückchen Abschied. Denn mit der Komödie in sechs Bildern von Konrad Hansen , die Demming nach bewährtem Muster ins münsterländische Niederdeutsch übertrug, legt der 75-jährige Münsteraner das Regie-Handwerk ad acta. „Man soll Dinge abgeben, so lange man noch bei besten Kräften ist“, unterstreicht Demming im Gespräch mit unserer Zeitung. Zu Beginn des Jahres hatte er bereits den Vorsitz der Niederdeutschen Bühne abgegeben, Elisabeth Georges trat in seine Fußstapfen.

„Einerseits erleichert, andererseits aber auch etwas wehmütig“ ist Demming zumute. Das sei halt so, wenn man von etwas Abschied nehme. Doch er wolle klare Verhältnisse, da sich der neue Mann bis zum Intendantenwechsel schon einmal etablieren soll. Der neue Mann, das ist Hermann Fischer. Der in Epe geborene und in Münster wohnende Lehrer hörte und sprach bereits als Kind viel Plattdeutsch. Er hat über 30 Jahre Theatererfahrung als Darsteller und Regisseur war Schauspieler bei den Kammerspielen Hamm sowie am Wolfgang Borchert Theater und Statist an den Städtischen Bühnen Münster.

Demming will sich künftig noch mehr dem Schreiben widmen. Ihm schwebt ein Totentanz und ein Jedermann in niederdeutscher Sprache vor, „Und wenn der Regisseur mal einen ,Alten Sack braucht, dann will ich auch gerne auf der Bühne mitspielen“, schmunzelt er.

Nun zum Inhalt des neuen Stückes der Niederdeutschen Bühne: Die Dörfler von Lehmpott sind nicht reich, manchmal derb und durchweg liebenswert verschroben. Die Familien leben seit Generationen dort - und auch wenn sie sich häufig käbbeln und die Landwirtschaft nicht viel abwirft, halten „De Lüü van´n Lehmpott“ zusammen. Doch dann bekommen sie Besuch von dem argentinischen Rinderbaron Fernando Rethwisch, dessen Vorfahren aus Lehmpott stammen. Die Taschen voller Geld, möchte er Lehmpott zu einem adretten Museumsdorf umgestalten, in dem alles so aussehen soll wie in dem Fotoalbum seiner Ahnen. Mit Geldbündeln versucht er, die Dorfgemeinschaft für sein Vorhaben zu gewinnen. Im Dorf verhärten sich allerdings bald die Fronten...

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