Kultur
Do., 09.02.2012
Boy & Bear: Ein ausgefuchstes Debüt
Boy & Bear beim Spielen. Foto: V2 Records/Cooperative Music
Berlin (dpa) - Das australische Quintett Boy & Bear war mit den britischen Folkrock-Überfliegern Mumford & Sons auf Tournee. Das hört man.
|
|
Den rustikalen Sound der weltweit erfolgreichen Truppe um Marcus Mumford hat die 2009 gegründete Downunder-Band ziemlich gut drauf, ebenso die herrlichen Vokal-Harmonien der Fleet Foxes und den Gitarrenrock von My Morning Jacket oder Band Of Horses.
Was noch fehlt, ist das gewisse Etwas in den elf schönen Songs des Debüts «Moonfire». Wenn Sänger David Hosking seine Stimme in «Percy Warner Park» oder «House & Farm» jubilieren lässt, kommt man gar nicht umhin, an Ober-Fox Robin Pecknold zu denken. Und «Part Time Believer» erinnert dermaßen an den 40 Jahre alten Welthit «A Horse With No Name» von America, dass sich die Veteranen dieser US-Countryrock-Band nach einem guten Rechtsanwalt für ihre Tantiemenforderung umsehen könnten.
Immerhin stiebitzen Boy & Bear nur bei den Besten, und gute Handwerker sind die fünf Jungs vom fünften Kontinent selbst allemal. Die Mixtur aus saftigem Gitarrensound, wuchtigem Getrommel, etwas Georgel und im Wortsinne ausgefuchsten Satzgesängen lässt an Perfektion kaum zu wünschen übrig - außer eben das eigene Profil.
«Unsere Hörer sollten mit jedem Album das Unerwartete erwarten können», hat Frontmann Hosking als Devise ausgegeben. Daran gemessen, ist die Band mit diesem sehr respektablen Debüt noch nicht am Ziel. Aber das mit der Originalität kann ja noch werden.
