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Mo., 06.02.2012

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Erfinderin von Bella Block: Doris Gercke wird 75

Kultur : Erfinderin von Bella Block: Doris Gercke wird 75

Doris Gercke wird 75. Foto: Uwe Zucchi Foto: dpa

Hamburg (dpa) - Auf einmal liefen da vier Bellas herum - so hat es Krimiautorin Doris Gercke, Erfinderin der Kommissarin Bella Block, gern beschrieben. Plötzlich gab es die Bella in ihren Büchern und jene in der TV-Reihe, Bella-Darstellerin Hannelore Hoger und Bella-Erfindern Gercke.

Von dpa

«Das war mir zeitweise etwas zuviel», erklärte die in Hamburg lebende Schriftstellerin mal in einem Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Deswegen schrieb Gercke, die an diesem Dienstag (7. Februar) 75 Jahre alt wird, zeitweise unter Pseudonym. Gefragt wurde sie dann dennoch immer wieder: Wann kommt der nächste Bella Block?

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Vor rund 17 Jahren flimmerte die erste Folge der gleichnamigen ZDF-Reihe über den Bildschirm. Da gab es die literarische Bella schon längst. Das erste Mal ließ Gercke sie in ihrem 1988 erschienen Roman «Weinschröter, du musst hängen» ermitteln - ihr Debüt als Schriftstellerin, und ein recht spätes obendrein. Als Gercke anfing, ihre Kommissarin auf Verbrecherjagd zu schicken, war sie bereits 50 Jahre alt. Dabei habe sie schon als Kind gewusst, dass sie einmal schreiben will, wie die gebürtige Greifswälderin in Interviews immer wieder erzählte.

Doch sie heiratete früh, kümmerte sich um Kinder und Haushalt, holte mit über 40 Jahren ihr Abitur nach und studierte Rechtswissenschaften. Inzwischen verfasst sie Krimis, Hörspiele, Gedichte sowie Kinder- und Jugendbücher. Seit ihrem ersten Roman sind rund 25 Bücher erschienen, darunter «Kinderkorn» (1991), «Kein fremder Land (1993)», «Dschingis Khans Tochter» (1996), «Die Frau vom Meer (2000)», «Bella Ciao» (2002), «Schlaf, Kindchen, schlaf» (2004), Georgia (2006), «Schweigen oder Sterben» (2007) und «Pasewalk» (2009).

Ein Krimi muss für Gercke die Wirklichkeit einfangen. «Ich mag diese konstruierten, unrealistischen Geschichten nicht, die mit witziger Sprache aufgepeppt werden...Je wahrhaftiger ein Krimi ist, desto besser finde ich ihn», sagte sie mal dem Magazin «ran». Die Bella in ihren Büchern und jene im Fernsehen haben sich in all den Jahren in ganz unterschiedliche Richtungen entwickelt. Doch die Rechte an ihrer berühmtesten Figur hat Gercke ohnehin längst verkauft. «Das hat mir nichts ausgemacht», sagte sie im «FAZ»-Interview. «Darüber muss man sich vorher im Klaren sein: Wenn eine literarische Figur ins Fernsehen kommt, ist sie eine andere.»


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