Kultur
Do., 09.02.2012
Hanna Krall: Mit Einzelschicksalen an Nazi-Zeit erinnern
Hanna Krall in Stuttgart. Foto: Jan-Philipp Strobel
Stuttgart (dpa) - Die polnische Autorin und Würth-Preisträgerin Hanna Krall sieht das Erzählen von Einzelschicksalen als wichtigen Weg zum Gedenken an die Nazi-Zeit.
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Zu häufig würden Urteile zur Nazi-Zeit dem gesamten Volk gelten, sagte Krall am Donnerstag in Stuttgart. Am Abend sollte sie den mit 25 000 Euro dotierten «Würth-Preis für Europäische Literatur» entgegennehmen.
Krall sagte, sie wolle mit ihren Werken aber nicht konkret gegen das Vergessen anschreiben: «Mein Schreiben ist eher für etwas. Dafür, dass man sehr aufmerksam leben sollte, dass man nichts verpasst oder versäumt», sagte Krall. Die in Warschau geborene Schriftstellerin und Journalistin zählt laut Begründung der Jury zu den wichtigsten Autoren der europäischen Nachkriegsliteratur.
Der Literaturpreis wird seit 1997 alle zwei Jahre vom Handelskonzern des Schraubenkönigs Reinhold Würth vergeben. Er würdigt Schriftsteller, die in ihren Werken «den Blick auf ein Europa der kulturellen Vielfalt» richten. Zu den Preisträgern gehören Herta Müller und Ilija Trojanow.
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