So., 12.05.2013

Ein Weltstar im Bagno Sie spielt alle ihre Trümpfe aus

Rauschender Applaus für einen Weltstar in der Bagno-Konzertgalerie. Auch Dirigent Werner Ehrhardt zeigt sich sichtlich stolz, die Sopranistin Edita Gruberová hier erlebt und dazu noch musikalisch bravourös begleitet zu haben.

Rauschender Applaus für einen Weltstar in der Bagno-Konzertgalerie. Auch Dirigent Werner Ehrhardt zeigt sich sichtlich stolz, die Sopranistin Edita Gruberová hier erlebt und dazu noch musikalisch bravourös begleitet zu haben. Foto: Zinkant

Steinfurt - 

Die Augen sagen: Da steht Edita Gruberová, seit Jahrzehnten weltberühmt, die „Königin des Koloratursoprans“. Die Ohren sagen: Da stehen weit jüngere Frauen, Mozarts Konstanze oder Donna Anna. Mit diesen Partien ist ihre Karriere verknüpft – und sie singt sie an diesem Abend mit erstaunlicher Frische, Kraft und Dramatik. Das Originalklang-Orchester „l’arte del mondo“ unter Werner Ehrhardt ist sichtlich stolz, den Star zu begleiten. Und das Publikum applaudiert so rauschhaft, wie man es selbst im Bagno nicht oft erlebt.

Von unseremMitarbeiterArndt Zinkant

Das Programm: Mozart pur. Und Edita Gruberová – so gehört sich’s für eine Diva – lässt sich Zeit und das Orchester erst mit der g-Moll-Sinfonie Nr. 40 den Boden bereiten. Das hat eine klangliche Wucht, die den schmucken Barocksaal wie einen riesigen Orchestergraben wirken lässt. Doch die „prima donna assoluta“ singt mühelos darüber, als sie sich dann mit zwei Konstanze-Arien (aus Mozarts „Entführung“) zu Worte meldet.

„Traurigkeit ward mir zum Lose“, da hört man Liebesschmerz und Opernlust, aber erst die berühmte „Martern-Arie“ gibt den Gruberová-Fans, wonach sie gieren: Ein Koloraturen-Parcours über beinahe drei Oktaven. Und die Sängerin singt volles Risiko, spielt ihre Trümpfe aus. Eine Dynamik, die auch zart gehauchte Pianissimi einschließt. Nicht dass die Jahre gänzlich unhörbar wären, aber das Können, das hier abgerufen wird, begeistert! Wenn die Flamme so hell lodert, darf auch ein einsamer Spitzenton verkieksen.

Die Ouvertüre zum „Schauspieldirektor“ wird von Werner Ehrhardt mit viel „historischem“ Drive gespielt. Geradezu raubauzig kann das klingen – was aber in Ordnung geht. Verzärtelten Mozart gibt es wahrhaft genug auf allen Podien. Schon bei der Sinfonie wurde den Violinen kerniger Strich wie auch viel Melancholie verordnet.

Als Zugabe dann „D’Oreste, d’Ajace!“ aus Idomeneo , eine der furiosesten Mozart-Arien überhaupt. Und die Flamme lodert noch einmal lichterloh. 

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