So., 22.02.2015

Künstler stellen im Herforder Museum Marta ihre architektonischen Visionen vor Hallen, Zellen, Würfel und ein Iglu

Die Künstlerin Christine Rusche steht im Museum Marta in Herford, das 2015 sein zehnjähriges Bestehen feiert, neben ihrer monumentalen Wandmalerei mit dem Titel „Aberration“.

Die Künstlerin Christine Rusche steht im Museum Marta in Herford, das 2015 sein zehnjähriges Bestehen feiert, neben ihrer monumentalen Wandmalerei mit dem Titel „Aberration“. Foto: dpa

HerforD - 

Die eine große Ausstellung zum zehnten Geburtstag wird es in Herford nicht geben – stattdessen feiert Marta ein ganzes Jahr, wie sein Direktor Roland Nachtigäller bei der Eröffnung der zweiten Ausstellung dieses Jahres ankündigte. Mit der Präsentation von über 200 Fotografien Frida Kahlos ist dem Museum bereits ein Coup gelungen, um den es selbst von größeren Häusern beneidet wird. Mit der Ausstellung „(Un)möglich! Künstler als Architekten“ legt Marta nun noch eins drauf.

Von unseremMitarbeiterDierk Hartleb

Die von Dr. Anne Schloen und Dr. Michael Kröger kuratierte Schau versammelt nationale wie internationale Künstler, die ihre Architekturvisionen vorführen. Manchmal überwiegt wie bei Jan de Cock das Skulpturale, wenn der Holländer seine 10 000 mit „Everything For You, Herford “ betitelten Katalogzeitungen aufschichtet. Andere Künstlerinnen wie Christine Rusche oder Caroline Bayer nehmen die Architektur des Museums des amerikanischen Stararchitekten Frank O. Gehry in ihren Arbeiten auf. Rusche spielt in ihrer 7,80 Meter hohen Wandmalerei „Aberration“ mit der Wahrnehmungsfähigkeit des Betrachters, während ihre Berliner Kollegin Bayer mit einigen Linien die Illusion eines ganzen Hauses auf die Wand zaubert.

Stephen Craig antwortet auf die monumentale Wandzeichnung Rusches mit Modellen von futuristisch anmutenden Kassenhäuschen. Der Koreaner Dai Goang Chen lädt in sein aus Styropor errichtetes turmförmiges Iglu ein und bietet innen eine spirituelle Begegnung mit dem Kontrast von Weiß und Schwarz. Eher praktischen Erfordernissen entspricht der aufblasbare White­ Cube von Johannes Wohnseifer, während die weiße „Zelle 1“ des israelischen Künstlers Absalon eher Beklemmungen auslöst. Das Modell einer Ausstellungshalle, die Thomas Schütte für die Museumsinsel Hombroich entwickelt hat, strahlt trotz der Kühle ihrer Architektur fast etwas Wärmendes aus. Anders als die utopischen Entwürfe ihrer früheren Kollegen wie Wenzel Hablik, El Lissitzky oder Walter Jonas bieten die zeitgenössischen Künstler keine Heilsversprechen mehr, selbst wenn das „Total isolierte Gästezimmer“ mit seinen fünfeinhalb Quadratmetern von Gregor Schneider nicht unbedingt als Gegenentwurf überzeugt.

Zum Thema

Museum Marta Herford: Ausstellung „(Un)möglich“; bis 31. Mai, Katalog, geöffnet Di bis So und an Feiertagen 11 bis 18 Uhr. Jeden ersten Mittwoch im Monat 11 bis 21 Uhr.

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