Mi., 09.11.2016

Torhaus-Galerie zeigt „Münsterland-Impressionen“ von Hermann Müller Ungewöhnliche Perspektiven

Vom Kfz-Mechaniker zum Künstler: Autodidakt Hermann Müller zeigt beim Stadtheimatbund seine Kunst.

Vom Kfz-Mechaniker zum Künstler: Autodidakt Hermann Müller zeigt beim Stadtheimatbund seine Kunst. Foto: pn

Münster - 

Es gibt ein stimmungsvolles Winterbild von Hermann Müller in der Ausstellung. Die Mühle im Stevertal bei Nottuln ist darauf zu sehen. Versunken im Schnee. Und wer den Maler fragt, wie man denn auf einer weißen Leinwand weißen Schnee in Öl abbildet, schaut in ein vielsagend lächelndes Gesicht. „Schnee ist nicht immer weiß“, sagt der 1950 in Münster geborene und seither hier lebende Hermann Müller dann. Und in der Tat: Das blasse Blau des Himmels findet sich im Weiß, das blasse Braun verwitterten Holzes, aber auch violette Einsprengsel.

Von Petra Noppeney

Hermann Müller ist Autodidakt. Seit frühester Jugend beschäftigt er sich mit Zeichnen und Malen, doch bis auf den Kunstunterricht in der Volksschule hat er keine weitere künstlerische Ausbildung absolviert – wohl aber hat er sich von Kennern in den Bereichen Druckgrafik, Radierung, Lithographie und Holzschnitt unter ihre Fittiche nehmen lassen. Vornehmlich von Marco Henkenjohann und Gintare Skroblis, den Leitern der Künstlerdruckerei „Letter Presse“. Seither hat die Druckgrafik in seinem Oeuvre die Malerei etwas abgehängt, wie die Ausstellung mit „Münsterland-Impressionen“ zeigt, die von Sonntag an in der Torhaus-Galerie des Stadtheimatbundes zu sehen ist. Fünf bunte Ölbilder müssen sich dort gegen die „Farbigkeit des Schwarzen“ behaupten, weil diese Technik, so der Künstler: „sowohl künstlerische wie auch handwerkliche und chemische Elemente enthält“.

Fotostrecke: Hermann Müller in der Torhaus-Galerie

Müller, der nach dem Hauptschulabschluss eine Ausbildung zum Kraftfahrzeug-Mechaniker absolvierte und später Jahrzehnte in der Logistik eines Unternehmens tätig war, hat „viel vom Münsterland gesehen“, wie er sagt. Er hat einen Blick für die Landschaft, aber auch für die Architektur.

Was bei seinen Bildern, die im Atelier im Kunsthaus Aa-Schule entstehen, einnimmt, ist sein Blick für ungewöhnliche Perspektiven . Das zeigt sich etwa in der Abbildung von St. Lamberti , die den Blick von unten auf den gotischen Turm über die Hausecke des einstigen Cafés Kleimann lenkt. Oder auch: die Schräge, die Müller in der Abbildung eines historischen Hauses an der Kirchstraße in Steinfurt zum Bildprinzip erkoren hat. Ein Boot im Steinfurter Bagno, das Haus Welbergen bei Och­trup, das Tor der sagenumwobenen Burg in Tecklenburg – die Motive sind durchweg idyllisch.

Idyllisch? Wer Müllers Dreier-Combo „Müll ist Kunst – Kunst ist Müll“ sieht, der könnte stutzen. Der „Monte Scherbelino“ steht hier Seite an Seite mit einem Landschaftspanorama und dem Storchennest am Heidekrug.

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