Fr., 26.06.2015

Westfälischer Kunstverein Mit den Mitteln der Fotografie

Artie Vierkant schuf die farbige Fensterfolie zur Doppelausstellung des Kunstvereins.

Artie Vierkant schuf die farbige Fensterfolie zur Doppelausstellung des Kunstvereins. Foto: Thorsten Arendt

Münster - 

Fotokunst? Der Österreicher Michael Part fragt lächelnd zurück: „Was ist das?“ Auch der US-Amerikaner Artie Vierkant würde sich auf einen solchen Begriff nicht festlegen lassen. Kunstvereins-Direktorin Kris­tina Scepanski erkennt denn auch bei beiden Künstlern, denen die Schau „Para/Fotografie“ gewidmet ist, das Interesse am Objekt.

Von Harald Suerland

Wenngleich beide mit fotografischen Techniken arbeiten: Part gewissermaßen mit den Urtechniken, indem er selbst Entwicklerlösungen herstellt (eine „bildhauerische Arbeit“, sagt er) und Platten in „seiner“ Hälfte des Kunstvereinsraums auslegt, die wochenlang das einfallende Licht auffangen. Daraus wird mit der Dauer der Ausstellung eine Langzeitbelichtung entstehen, die wohl ein ähnliches Schwarz-grau-weiß-Muster aufweist wie die kleine Platte vor der Eingangstür des Ausstellungsraums.

Artie Vierkant hingegen verwendet modernste Techniken, verarbeitet im Computer Datensätze, deren Ergebnis wiederum abfotografiert und neuerlich verarbeitet werden kann: Die Fensterfolie, mit der der Westfälische Kunstverein farbkräftig in seine Ausstellung lockt, kündet von dieser Art umgekehrtem Matroschka-Prinzip. Seine Hälfte des Ausstellungsraums zeigt skurril geformte Objekte an weißen Wänden, die als Motiv noch den abfotografierten Menschen erkennen lassen. „Stellen Sie sich eine Kuh vor, der man die Haut abgezogen hat“, hilft Kristina Szepanski dem staunenden Betrachter beim Enträtseln der seltsamen Formen. Und dann stellt man sich vor, wie diese zweidimensionalen Häute wieder um ein dreidimensionales Objekt geschlungen werden. Gewiss ist: Vom sinnlichen Anschauen allein vermittelt sich die künstlerische Arbeit Artie Vierkants nicht.

Parallel zur Ausstellung der Künstler Part und Vierkant präsentiert sich der Kunstverein noch als Gast in der unmittelbar benachbarten „Galerie der Gegenwart“ des Landesmuseums. Dort kann man die Ausstellung „To Connect & To Belong“ von Kristina Berning erleben, die aus Münster stammt und an der Kunstakademie studiert hat. Berning ist gerade mit dem „Sparkassen Nachwuchspreis Kultur“ als „Meisterin von morgen“ ausgezeichnet worden.

Zum Thema

„Para/Fotografie“ vom 27. Juni bis zum 13. September im Westfälischen Kunstverein Di bis So 11-19 Uhr, „To Connect & To Belong“ von Kristina Berning bis zum 26. Juli in der „Galerie der Gegenwart“ 

Leserkommentare

Google-Anzeigen

karriere.ms Anzeigen

Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3351857?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F201%2F