So., 27.11.2016

Niederdeutsche Bühne präsentierte „Acht Fraulüü“ Blick hinter die Familien-Fassade

„Mit siebzehn hat man noch Träume“ singt Grete Köckemann als Susi. Im Hintergrund schunkeln mit: (v. l.) Monika Rappers, Elisabeth Georges, Heike Artmann, Corinna Aufderheide, Kathrin Henschel, Heike van Schrick und Hildegard Wegmann.

„Mit siebzehn hat man noch Träume“ singt Grete Köckemann als Susi. Im Hintergrund schunkeln mit: (v. l.) Monika Rappers, Elisabeth Georges, Heike Artmann, Corinna Aufderheide, Kathrin Henschel, Heike van Schrick und Hildegard Wegmann. Foto: O. Berg

Münster - 

Die Kriminalkomödie beginnt mit einem Paukenschlag: Der Hausherr liegt erstochen in seinem Zimmer, und die durchweg weibliche Verwandtschaft samt Personal fürchtet alsbald um das eigene Leben. Alle Bedingungen für die im Krimi-Theater so beliebte völlige Isolation des Schauplatzes sind erfüllt: Das Telefonkabel ist durchschnitten, alle Ausgänge sind versperrt. Auch die Wachhunde liegen leblos darnieder.

Von unseremMitarbeiterElmar Schilling

Mit „ Acht Fraulüü “ nach dem Theaterstück des französischen Autors Robert Thomas (1927–1989) öffnet die Niederdeutsche Bühne den Blick hinter die gepflegte Fassade einer Familie in den 60er Jahren. Hannes Demming hat das Theaterstück, das in der Verfilmung von François Ozon aus dem Jahr 2002 zum zweiterfolgreichsten französischen Film an deutschen Kinokassen wurde, ins Plattdeutsche übertragen. Wie üblich wird hier und da eine Anspielung aufs Münsterland eingestreut, was aber nie aufdringlich wirkt. Ähnlich wie im Film wird die Handlung dadurch aufgebrochen, dass nach und nach jede der Figuren ein Lied der 60er Jahre anstimmt. Das geht von Scherz-Chansons wie „Zwei Apfelsinen im Haar“ über Schlager à la „Mit siebzehn hat man noch Träume“ bis hin zu englischsprachigen Songs wie „Help“ von den Beatles oder „My Generation“ von The Who.

Die Besetzung ist eine angenehme Kombination aus gestandenen Kräften und aufgeweckten Nachwuchsdarstellerinnen. Elisabeth Georges (als resolute Mama) und Monika Rappers (als Pia) sind regelmäßigen Besuchern der Niederdeutschen Bühne wohlbekannt und befinden sich ganz in ihrem Element. Kathrin Henschel als Kati, Grete Köckemann als Susi und Corinna Aufderheide als Dienstmädchen Lulu, das zu Mamas Missfallen „pattu nich Platt küern“ will, bilden die junge Generation. Heike Artmann als Gabi, Heike van Schrick als Guste und Hildegard Wegmann als Haushälterin Mimi runden die Besetzung ab.

Alle Figuren werden gleichermaßen be- und durchleuchtet; sowohl als potenzielle Täterinnen wie auch in ihren kleinen und großen Verfehlungen, die nach und nach ans Licht gebracht werden. Vor dem ebenso zweckmäßigen wie optisch ansprechenden Bühnenbild von Kerstin Bayer bot die engagierte Besetzung unter der bewährten Regie von Hermann Fischer eine Leistung, die das Publikum zu herzhaftem Applaus animierte.

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Die nächsten Aufführungen sind am 4., 9. und 18. Dezember sowie am 1. Januar 2017 im Kleinen haus. Karten an der Theaterkasse unter ' 59 09 100.

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