Mo., 17.07.2017

Fabrizio Venturas letztes Konzert als GMD Ein Ständchen für „Ventuuura“

Götz Alsmann brachte Fabrizio Ventura einen italienisch inspirierten Gruß.

Götz Alsmann brachte Fabrizio Ventura einen italienisch inspirierten Gruß. Foto: zin

Münster - 

Schwanengesang klingt anders. Fabrizio Ventura hatte sich kein wehmütiges Mahler-Adagio für sein letztes Münster-Konzert als Generalmusikdirektor ausgesucht (wie etwa das der Neunten, mit der er hier begonnen hatte). Das Jubel-Finale der Siebten ließ die zehnjährige Ära Ventura so strahlend ausklingen, wie es sein soll. „Arrividerci, Maes­tro!“ zeigte die Leinwand hinter dem Orchester.

Von unseremMitarbeiterArndt Zinkant

Die italienische Herkunft des Maestros – der nicht „Maestro“ genannt werden will – war noch mehrfach Thema des Abends. Auch Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson erinnerte in ihrer Rede schmunzelnd an die frühen Erwartungen, hier würde nun ein Spezialist für „Italianità“ auftrumpfen. Als solcher empfand sich Ventura nie. Aber als er vor einer Dekade bei einem „Fidelio“-Defilee der Kandidaten das Herz des Orchesters eroberte, hätten alle gewusst: „Der will GMD werden!“ Mit allen kulturpolitischen Aspekten, die dieser Posten auch mit sich bringt. Ventura sei stets einer gewesen, dem die Kultur im ganzen Umfang am Herzen liegt und der für sie kämpft. „Und kochen können Sie auch – das ähnelt dem Musizieren durchaus.“

Viel habe er hier geschafft. Die „Musica sacra“ ins Leben gerufen, die Stummfilmkonzerte ins Cineplex gebracht, berühmte Solisten wie Frank Peter Zimmermann oder Nelson Freire ins Große Haus geholt. Die schwere Avantgarde (Hans Werner Henze) und die leichte Muse (Götz Alsmann) gingen mühelos zusammen. Kein Wunder, dass Letzterer es sich nicht nehmen ließ, den Dirigenten noch mal persönlich ans Herz zu drücken, als Überraschungsgast. Wie so oft holte der Entertainer seine Ukulele heraus – und stimmte ein eingedeutschtes „Volaaare“ an. Und „Ventuuura“ klingt genauso schön, vor allem, wenn das ganze Theater mitsingt. „Dieses harte deutsche T!“, grinste der Besungene.

Für das Orchester sprach Klarinettist Werner Raabe. Er erinnerte an die schöne, fruchtbare Zusammenarbeit und die Zahlendreher bei Proben. Venturas munteres „Claro?“ würden alle vermissen. Apropos vermissen: Venturas Ehefrau, die Pianistin Rada Petkova, nahm es stets locker, dass ihr Mann sein Orchester im Urlaub sofort vermisste. Aber, so stellte dieser klar: „Im Italienischen ist das Orchester weiblich!“

Leserkommentare

Google-Anzeigen

immomarkt.ms Anzeigen

Wohnungen, Häuser, Grundstücke und gewerbliche Immobilien aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5017142?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F201%2F