So., 12.11.2017

Abschlusskonzert des Münsterland-Festivals Isländische Lava – griechisches Feuer

Das Tania Giannouli Ensemble aus Griechenland bot Musik von epischer Kraft.

Das Tania Giannouli Ensemble aus Griechenland bot Musik von epischer Kraft. Foto: Ira Middendorf

Lüdinghausen - 

Island und Griechenland – zwei Länder, die sofort Bilder im Kopf hervorrufen, die Fantasie anregen. Zwei Länder, die in kultureller Hinsicht unterschiedlicher nicht sein könnten. Offensichtlich ein Grund für das Münsterland-Festival, diese beiden Kulturen im Rahmen der neunten Ausgabe gemeinsam zu präsentieren. Das ist konzeptionell anspruchsvoll, und ob es tatsächlich geglückt ist, diese Unterschiedlichkeit in ein Spannungsfeld zu setzen, bleibt nach fünf Festival-Wochen fraglich.

Von unsererMitarbeiterinIra Middendorf

Doch der große Wert des Münsterlandfestivals bemisst sich eben nicht an solchen Experimenten: „Es geht uns um das Entdecken, die Neugier auf Kunst und Kultur, die ansonsten hier im Münsterland so nicht zu erleben wären“, so die künstlerische Leiterin des Münsterland-Festivals, Christine Sörries. In dieser Hinsicht war auch die jüngste Ausgabe einmal mehr ein wirklicher Erfolg. Konzerte, Ausstellungen und Lesungen von Künstlern beider Länder, die außerhalb eines solchen Festival-Rahmens wohl nur sehr wenig Beachtung gefunden hätten, waren hier im Münsterland zu erleben.

Gerade Griechenland sorgte dabei für viele spannende Überraschungen, was vielleicht auch damit zu tun hat, dass die kreative und sympathische isländische Kulturszene recht überschaubar und durch den Skandinavien-Hype der letzten Jahre auch schon relativ bekannt ist. Dies spiegelte dann auch das Abschluss-Konzert des Münsterland-Festivals am Samstag wieder – ein Doppelkonzert mit dem Sigurdur Flosason & Lars Jansson Trio sowie dem Tania Giannouli Ensemble auf Burg Vischering in Lüdinghausen. Die Isländer spielten einen sehr gefälligen Jazz, mit einem relativ weichen, runden Sound, der durch eine Diashow mit Islandbildern untermalt wurde. Lavafelder, schwarzer Sand, Regen, Polarlichter und karges Hochland – wahrscheinlich muss man Isländer sein, um ein so schroffes Landschaftsbild musikalisch so harmlos und so weich zu beschreiben. Ganz anders hingegen das Tania Giannouli Ensemble aus Griechenland: Musik von epischer Kraft mit intensiven und spannungsreichen Arrangements, aus einer reichen Kultur zwischen Orient und Okzident schöpfend – der Unterschied hätte nicht größer sein können. Dies verlangte dem Publikum einen gehörigen geistigen Spagat ab – und begeisterte dann umso mehr. Stehende Ovationen am Ende für ein berauschendes Finale der neunten Ausgabe des Münsterland-Festivals.

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