Do., 30.03.2017

TV-Tipp Nord bei Nordwest - Estonia

Lona Vogt (Henny Reents) mit ihrem Vater Reimar (Peter Prager) an der Ostsee.

Lona Vogt (Henny Reents) mit ihrem Vater Reimar (Peter Prager) an der Ostsee. Foto: Gordon Photography

Krimis von der Waterkant wie «Nord bei Nordwest» erfreuen sich großer Beliebtheit beim Zuschauer. Nun kommt eine Folge, die an der Ostsee spielt, mit einem Hund, der mehr als eine Nebenrolle übernimmt.

Von dpa

Berlin (dpa) - Auch wenn der Filmtitel es nahelegt, mit dem schrecklichen Schiffsunglück der «Estonia» (1994) hat der Fall nichts zu tun. Es geht um einen ehemaligen Spion und um einen verletzten Hund.

Die dritte Folge der Krimi-Reihe, «Nord bei Nordwest - Estonia», ist an diesem Donnerstag (30. März, 20.15 Uhr) im Ersten zu sehen, die vierte mit dem Titel «Der Transport» folgt bereits eine Woche später (6. April, 20.15 Uhr).

Im fiktiven Ort Schwanitz, in dem man Travemünde erkennen kann, genauer auf der Halbinsel Priwall, liegt die gediegene Seniorenresidenz «Schönblick». Weniger schön ist allerdings, dass hier ein Mann erschossen wird. Kurz vor seinem jähen Tod steckt er dem zufällig hinzukommenden Tierarzt Hauke Jacobs ( Hinnerk Schönemann) noch ein merkwürdiges Stück Metall zu.

Die herbeieilende Polizistin Lona Vogt (Henny Reents) muss im Laufe ihrer Ermittlungen auch ihren Vater Reimar (Peter Prager) befragen, der nach dem ungeklärten Tod seiner Frau in der Residenz wohnt. Er verhält sich merkwürdig, und so kommt ihr ganz allmählich der Verdacht, dass er gar nicht der harmlose Handlungsreisende für Sprinkleranlagen gewesen ist, als der er sich immer ausgegeben hat. Könnte er nicht vielmehr als Spion gearbeitet haben?

Haukes Assistentin Jule Christiansen (Marleen Lohse) macht in der Zwischenzeit ihre Arbeit in der Tierarztpraxis - ein munteres Waschbärjunges sorgt da für ziemlichen Trubel. Gemeinsam mit Hauke muss sie später auch noch seinen Hund Holly notoperieren, der auf dem Hausboot seines Herrchens von einem Unbekannten angeschossen wurde, der es eigentlich auf Hauke abgesehen hatte.

Hinnerk Schönemann (42, «Finn Zehrender», «Marie Brand», beide ZDF) sagt im ARD-Interview auf die Frage, ob der Film-Hund sein bester Freund sei: «Das mit dem besten Freund haut schon hin, denn Hauke hat nicht gerade viele Freunde unter den Menschen. Er steht ziemlich isoliert in der Welt. Aber auch wenn er wirkliche, menschliche Freunde hätte, würde er so emotional reagieren. Einfach wegen der Ungerechtigkeit, dass da ein Tier verletzt wird für etwas, wofür es nichts kann.»

Der kluge Hund «spielt» schon klasse - auch wenn das im fertigen Film sicher viel leichter aussieht, als es bei den Dreharbeiten gewesen ist. Natürlich wird das Tier von seinem Herrchen gerettet - wenn auch mit so mancher Träne im Auge. Da sieht man den sonst so spröden Hauke Jacobs mal von seiner emotionalen Seite, die Hinnerk Schönemann auch sehr gut rüberbringt. Ansonsten zeigt sich der Tierarzt nämlich eher verschlossen und scheint auch die Anschmachtungen seiner Kollegin Jule überhaupt nicht zu bemerken. Schauen wir mal, was da noch so geht zwischen den beiden.

Der Fall geht selbstverständlich gut aus, auch wenn bis zur Auflösung (das Stück Metall spielt da eine gewisse Rolle) noch diverse Haken geschlagen werden. Regisseurin Dagmar Seume («Hanni und Nanni 3», «Wendy») hat nicht nur das gute Drehbuch von Holger Karsten Schmidt («Das Programm», «Auf kurze Distanz»), sondern nicht zuletzt die Tierszenen sehr sensibel umgesetzt. Die sorgsam verschleierte Vergangenheit von Hauke Jacobs als Polizist in Hamburg wird immer mehr zum Thema, vor allem im nächsten Fall, und so wird es in den bereits geplanten zwei weiteren Folgen sicher nicht nur mit lakonischem Humor, sondern auch mit viel Spannung weitergehen.

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