Kino-Kritik
„Freiheit“: Auf und davon

Nora (toll: Johanna Wokalek, „Der Baader Meinhof Komplex“) wollte weg. Ohne Ankündigung hat sie ihre Berliner Familie verlassen, ihren Mann und die beiden Kinder im Grundschulalter. 

Freitag, 09.02.2018, 10:02 Uhr

Nora (Johanna Wokalek) lässt ihren Mann (Hans-Jochen Wagner) zurück.
Nora (Johanna Wokalek) lässt ihren Mann (Hans-Jochen Wagner) zurück. Foto: Film Kino Text

Jetzt reist sie ohne konkretes Ziel umher, von Wien geht es nach Bratislava in Slowenien, unter falschen Namen. Sie schläft mit wechselnden Männern, lernt Leute kennen und zieht weiter. Philip (Hans-Jochen Wagner, „Ende der Schonzeit“) ist Noras Mann, der zwei Jahre nach dem Verschwinden seiner Gattin nach wie vor mit der Situation fertig werden muss – und mit den Kindern hadert, mit der inzwischen pubertierenden Tochter und dem sich von ihm abwendenden kleinen Sohn.

Der in Münster aufgewachsene und in Berlin lebende Regisseur Jan Speckenbach befasst sich in seinem zweiten Film nach „Die Vermissten“ erneut mit einer Geschichte über Verlust, Verschwinden und Neuanfänge. Die neuen Lebenssituationen von Nora und Philip lässt er von Rückblenden unterbrechen, dabei dekliniert er (bis zum interpretationsoffenen Schluss) das Titelthema durch: Was ist Freiheit, und endet sie zwangsläufig, wenn man im Leben irgendwo ankommt?

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