Kino-Kritik
„Roman J. Israel, Esq.“: Verschenkt

Unter all den Rollen, die Oscar-Preisträger Denzel Washington („Training Day“, „Die glorreichen Sieben“) schon gespielt hat, ist der idealistische Anwalt mit dem kulturverbindenden blumigen Namen Roman J. Israel und dem Titel Esquire sicher der skurrilste. 

Freitag, 20.04.2018, 11:04 Uhr

Ist das Denzel Washington? Er ist als Anwalt mit Idealen und Afro-Look der 70er in der Gegenwart.
Ist das Denzel Washington? Er ist als Anwalt mit Idealen und Afro-Look der 70er in der Gegenwart. Foto: Sony

Der Mann besitzt kein Handy oder Smartphone, telefoniert in Los Angeles an Münztelefonen, hat ein fotografisches Gedächtnis und trägt den Afro-Look der 60er und 70er Jahre als stolzen Ausdruck seines Individualismus.

Der Film von Regisseur und Autor Dan Gilroy („Nightcrawler“) stellt den selbstlosen Streiter für Unterprivilegierte vor eine faustische Entscheidung. Als sein Mentor stirbt, muss Roman in der Kanzlei des profitorientierten George Pierce (Colin Farrell) arbeiten und steht vor der Entscheidung, für 100 000 Dollar Bonus seine Ideale über Bord zu werfen. Die Waagschale im Dilemma ist die Gleichberechtigungsaktivistin Maya Alston (Carmen Egojo).

Die Story ist schwach, humanitäres Engagement ein Stichwort. Charaktertiefe gewinnt bis auf Farrell, der den aalglatten Rechteverdreher zynisch modern spielt, niemand. Da hilft auch der Jazz-Score nur wenig. Verschenkt.

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