„Deadpool 2“: Zynischer Comic-Mutant
Morden und quatschen

Er ist der Badboy unter den Marvel-Superhelden: Deadpool. In seinem zweiten Abenteuer wird der rot gewandete Zyniker mit Hang zur sadistischen Gewalt zum Retter, und mit dem aus der Zukunft herbeigerauschten Terminator Cable wartet ein ebenbürtiger Gegner auf ihn – gespielt von Josh Brolin, dem fiesen Thanos aus dem jüngsten „Avengers“-Hit.

Freitag, 18.05.2018, 14:05 Uhr

Aus der Zukunft herbeigerauscht: Terminator Cable (Josh Brolin)
Aus der Zukunft herbeigerauscht: Terminator Cable (Josh Brolin) Foto: dpa

Zu Beginn steht ein persönlicher Trauerfall: Deadpool will sich selbst entleiben, wird aber ins X-Men-Herrenhaus gebracht, wo er den feurigen Teenie-Mutanten Russell unter seine Fittiche nimmt – was ihn zunächst mit Cable, dann mit einem fiesen Waisenhausleiter und schließlich mit dem Bösewicht Juggernaut in Konflikt bringt.

Das ist kein doller Plot, dafür scheppert es erkennbar heftiger als im ersten Teil – was daran liegt, dass Regisseur David Leitch („Atomic Blonde“) mit einem deutlich größeren Budget operieren konnte.

Die Deadpool-Filme sind kein Teil des „Marvel Cinematic Universe“, stattdessen schließen sie inhaltlich an die X-Men-Filme an, was in dieser Fortsetzung besonders deutlich wird – nicht nur, weil einige bekannte X-Men auftauchen, sondern auch, weil Deadpool hier erstmals die sogenannte „X-Force“ zusammenstellt, eine Art Mutanten-Sondereinsatzkommando (mit Cameo von Brad Pitt!), für das derzeit ein eigenes Kinoabenteuer vorbereitet wird.

Der Rest von „Deadpool 2“ folgt indes dem Rezept des Erstlings: Wie Shakespeares Richard III reißt Deadpool immer wieder die vierte Wand ein und quatscht mit dem Publikum, jeder Anflug von Gefühligkeit wird mit zynischen Sprüchen niedergeblödelt, gern gehen die Scherze selbstironisch auf Kosten des Hauptdarstellers Ryan Reynolds, der auch am Drehbuch mitschrieb.

Zartbesaiteten Zuschauern könnte das in Verbindung mit der durchaus drastischen Gewalt sehr bald auf den Senkel gehen, doch wer die vielen popkulturellen Verweise entschlüsseln kann, dürfte definitiv seinen Spaß haben.  

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