„Wohne lieber ungewöhnlich“: Amüsantes Scheidungskinder-Lustspiel
Rebellion der minderjährigen Mieter

Die Statistik belegt: In Frankreich wird jede Ehe im Schnitt nach fünf Jahren geschieden. Weil Knirps Bastien (Teïlo Azaïs)) das weiß, macht er sich keine Illusionen, als seine Mutter Sophie (Julie Gayet) zum dritten Mal vor den Traualtar schreitet. Er weiß, dass die Patchwork-Familie, zu der inzwischen eine stattliche Anzahl von Halb- und Stiefgeschwistern zählt, weiter anwachsen wird.

Freitag, 18.05.2018, 14:05 Uhr

Bastien (Teïlo Azaïs) macht sich keine Illusionen, als seine Mutter Sophie (Julie Gayet) erneut vor den Traualtar schreitet: Die Patchworkfamilie wird sich weiter vergrößern. Also: Aufstand!
Bastien (Teïlo Azaïs) macht sich keine Illusionen, als seine Mutter Sophie (Julie Gayet) erneut vor den Traualtar schreitet: Die Patchworkfamilie wird sich weiter vergrößern. Also: Aufstand! Foto: Neue Visionen

Wie viel Zeit er mit welchen aktuellen und früheren Elternteilen verbringen darf, wird immer unübersichtlicher. Als es zwischen Sophie und ihrem neuen Gatten Philippe (Thierry Neuvic) zu den erwarteten ersten Spannungen kommt, reißt Bastien der Geduldsfaden: Mit sechs anderen Kindern der Großfamilie bezieht er die verwaiste Wohnung einer jüngst verstorbenen Oma. Die diversen Elternteile werden via Stundenplan zu Betreuungsdiensten in die WG beordert.

Regisseur Gabriel Julien-Laferrière inszeniert die schöne Idee von den genervten Kindern, die den Familien-Spieß umdrehen, als Lustspiel. Vor allem der Kinder-Cast weiß zu überzeugen, während die vielen Erwachsenen kaum über grobe Karikaturen Pariser Mittelschichts-Menschen hinauskommen.

Wenn man über die vielen Unglaubwürdigkeiten hinwegsieht (eine superschicke Sieben-Zimmer-Altbauwohnung mitten in Paris gibt’s heute wohl nur noch für Scheichs und Oligarchen), kann man am satirischen Generationenkuddelmuddel große Freude haben – und sei’s nur des altklugen Bastiens wegen, der seiner verehrten Mitschülerin reinen Wein einschenkt: „Nach einer kurzen Phase des Glücks werden wir uns schon bald nichts mehr zu sagen haben.” 

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