Kultiges Trio
Yo La Tengo: Eine Kultband macht stoisch weiter

Eine der beständigsten Bands der US-Indierockszene kehrt zurück: Yo La Tengo werden mit ihrem aktuellen Album alte Fans bei der Stange halten, aber wohl kaum neue hinzugewinnen. Und damit können sie gut leben - von Hype hält das kultige Trio nämlich nichts.

Samstag, 17.03.2018, 08:03 Uhr

Immer die Ruhe: Yo La Tengo haben mit Hype nichts am Hut.
Immer die Ruhe: Yo La Tengo haben mit Hype nichts am Hut. Foto: -

Berlin (dpa) - Es gibt gar nicht so wenige Rock-Kritiker, für die Yo La Tengo noch nie eine schwache Platte gemacht haben. Und das will schon etwas heißen bei rund 20 Studioalben, etlichen Singles und vielen Kooperationen seit der Gründung vor fast 35 Jahren.

Auch «There’s A Riot Going On» ist ein Werk, mit dem sich Georgia Hubley, Ira Kaplan und James McNew sehen lassen können. 15 Tracks in üppigen 64 Minuten Laufzeit sind es geworden bei der ersten größeren YLT-Veröffentlichung seit «Fade» vor fünf Jahren.

Wieder werden sich die vielen Fans der Band aus Hoboken (New Jersey) der Magie dieser Songs kaum entziehen können, die zwischen zartem Indie-Pop, Krautrock-Motorik und elektronischen Collagen pendeln. Doch wer bisher mit den frei schwebenden, oft improvisierten Klanggemälden von Yo La Tengo nichts anfangen konnte, wird auch jetzt wenig Anknüpfungspunkte finden.

Nach dem aus einem gespenstischen Sound-Nebel heranwehenden Instumental-Opener «You Are Here» übernimmt Schlagzeugerin Hubley den Gesang im folkigen «Shades Of Blue», während ihr Ehemann Kaplan (Gitarre) und McNew (Bass) sie zurückhaltend begleiten. Das hat etwas von The Velvet Underground in deren Frühphase - ein Vergleich, der bei Yo La Tengo häufiger fällt.

Understatement und stoische Gelassenheit sind auch prägend für den Rest dieses feinen, introvertierten Albums. Wir wollen nur in Ruhe unsere sehr eigene Musik machen, ein Hype interessiert uns nicht - das scheint die Haltung dieser Indie-Kultband zu sein.

Selbst der Titel, der an eine hochpolitische Soul-Platte von Sly And The Family Stone erinnert («There’s A Riot Goin' On» von 1971), sei nicht unbedingt als Meinungsäußerung zur Trump-Zeit gedacht, wiegelte Kaplan jüngst im «Paste»-Interview ab. Nein, Yo La Tengo müssen und wollen nichts mehr beweisen.

Konzerte: 07.05. Berlin, Heimathafen; 08.05. Köln, Gloria Theater; 09.05. München, Kammerspiele; 17.05. Schorndorf, Manufraktur; 26.08. Hamburg, Sommer in Altona

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