Jazz-Musiker
Promi-Geburtstag vom 12. August 2018: Pat Metheny

Er verbindet Jazz mit Rock und begeistert seit Mitte der 70er Jahre sein Publikum. Mit David Bowie landete er 1985 den Welthit «This Is Not America». Diesen Sonntag wird der Star-Gitarrist 64 Jahre alt.

Sonntag, 12.08.2018, 00:02 Uhr

Pat Metheny ist ein jugendlicher Typ geblieben. Heute ist sein 64. Geburtstag.
Pat Metheny ist ein jugendlicher Typ geblieben. Heute ist sein 64. Geburtstag. Foto: Private Curve / Handout

Berlin (dpa) - Er ist schon seit Monaten unterwegs - mit Pausen. Nach diversen Auftritten in Europa - wie beispielsweise beim Schleswig-Holstein Musik Festival im Juli - setzt Pat Metheny seine Welttournee nun ab Ende September in Nordamerika fort.

«An Evening with Pat Metheny» nennt der Star-Gitarrist seine Konzerte. Er teilt sich dann die Bühne mit der Bassistin Linda May Han Oh, dem Pianisten Gwilym Simcock und dem Drummer Antonio Sanchez. Sie spielen Stücke aus alten Zeiten wie ganz Aktuelles. Das Spektrum ist breit. Auf seiner Website sagt Metheny zum Programm: «Ich mag die Idee, es offen und werden zu lassen, was im Laufe der Tour passiert.»

Mitte der 70er Jahre hatte er begonnen, seine erste Alben mit seiner damaligen Band herauszubringen, sein bisher letztes Studioalbum, «Kin», ist vor vier Jahren erschienen. Jede Menge Auszeichnungen, darunter nicht weniger als 20 Grammy Awards pflastern seine lange musikalische Karriere, seine Discografie ist lang.

Er ist ein Alleskönner auf seinem Instrument, ein Popstar des Jazz - nur ganz ohne Allüren. Er pendelt zwischen Fusion und Folk, sein optisches Markenzeichen sind bis heute wahlweise ein Ringel-Shirt oder ein Karohemd. Er ist ein jugendlicher Typ, mag seine schulterlange, lockige Wuschelmähne inzwischen auch leicht angegraut sein. Heute wird er 64.

Geboren am 12. August 1954 in Lee's Summit bei Kansas City, Missouri, wuchs Pat in einer musikalischen Familie auf. Sein erstes Instrument mit acht Jahren war die Trompete, mit 14 stieg er auf die Gitarre um, mit 18 war er schon Dozent für Gitarre an der University of Miami, Florida, mit 19 am renommierten Berklee College of Music in Boston, Massachusetts. Dennoch verriet er vor Jahren der «FAZ»: «Wenn ich noch einmal von vorne anfangen müsste, würde ich wohl Klavier spielen. Man kann so viel leichter auf ihm denken. Die Gitarre ist doch ein ziemliches Durcheinander.»

Der Jazz-Trompeter Miles Davis (1926-1991) und der Jazz-Gitarrist Wes Montgomery (1923-1968) und der Saxophonist John Coltrane (1926-1967) sind die ersten Fixsterne seines musikalischen Universums. Sein Debütalbum «Bright Size Life», aufgenommen als Trio gemeinsam mit dem Bassisten Jaco Pastorius (1951-1987) und dem New Yorker Jazz-Schlagzeuger Bob Moses (70) im Tonstudio Bauer in Ludwigsburg für das Label ECM, erschien 1976.

Später verschiebt Metheny seine Grenzen, verschreckt die Gefolgschaft, macht einfach, was er will. Da spielt er mit Ornette Coleman (1930-2015), einem Gottvater der Free-Jazzer («Song X», 1986), gibt der polnischen Sängerin Anna Maria Jopek sein Back-up («Upojenie», 2002) und Musik-Maschine auf Tournee («Orchestrion», 2010). Zwischendurch schreibt er (zusammen mit Lyle Mays) die Filmmusik zum Spionagethriller «Der Falke und der Schneemann» (1985). Daraus die Single «This Is Not America» mit David Bowie (1947-2016) am Mikrofon: ein Welthit, der es international in lichte Höhen der Charts schafft.

Eine der vielleicht schönsten Platten, wie manche Kritiker meinen, hat Metheny mit dem jüngst gestorbenen Bassisten Charlie Haden (1937-2014) eingespielt: «Beyond the Missouri Sky» (1997). Gemeinsam zeigen sie, zu welcher Poesie sie fähig sind. Magische Songs, anrührend, swingend - wie «The Moon Is A Harsh Mistress»: zeitlos eben.

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