Schauspieler
Promi-Geburtstag vom 13. August: Moritz Bleibtreu

Er war Kinderdarsteller bei «Neues aus Uhlenbusch», rannte mit Lola um die Wette, und macht sich für Migranten-Kino stark: Moritz Bleibtreu lässt sich nicht festlegen.

Montag, 13.08.2018, 00:02 Uhr

Schauspieler: Promi-Geburtstag vom 13. August: Moritz Bleibtreu
Foto: Patrick Seeger

Berlin (dpa) - Er ist immer noch unangepasst, rebellisch und kein bisschen langweilig. Schauspieler Moritz Bleibtreu hat nie den leichten Weg beschritten - als «Tatort»-Kommissar oder Seriendarsteller kann man sich ihn einfach nicht vorstellen.

Stattdessen schlägt sein Herz für die Außenseiter. Anfang des Jahres brachte er als Produzent und Hauptdarsteller sein Gangster-und Immigrantendrama «Nur Gott kann mich richten» in die Kinos. Heute feiert Moritz Bleibtreu seinen 47. Geburtstag.

Dem vielbeschäftigen Mimen ist das Migranten-Kino wichtig. «Diese Filme sind nicht mit dem Blick von außen gemacht», sagte er der Wochenzeitung «Die Zeit» über «Nur Gott kann mich richten» und «Familiye». Beide Filme spielen im kriminellen Migrantenmilieu in Deutschland. «Wir erzählen von der Minderheit mit der Minderheit für die Minderheit, also, es ist Kino von Immigranten mit Immigranten für Immigranten in Deutschland.»

Moritz Bleibtreu wuchs im damals stark von Einwanderern geprägten Hamburger Stadtteil St. Georg auf. Weil er den Lebensstil seiner Mutter, der 2009 gestorbenen Schauspielerin Monica Bleibtreu, als «Punkrockerin» ablehnte, habe er sich als Kind den Familien seiner türkischen Nachbarskinder zugewandt, erzählte er in dem Interview. «Der Deutsche oder der Kanake - ich habe mich damals für die andere Seite entschieden. Während ich mit meinen türkischen Jungs aufwuchs, lehnte ich die konventionellen deutschen Familien ab.»

Seinen Durchbruch als Schauspieler feierte Bleibtreu 1997 mit der Komödie «Knockin' on Heaven's Door». Seitdem drehte er vielfach preisgekrönte Filme wie «Lola rennt», «Lammbock» oder mit Helmut Dietl «Vom Suchen und Finden der Liebe». 2005 war er in Steven Spielbergs «München» zu sehen. Ein Jahr später wurde er für seine Leistung in Oskar Roehlers Verfilmung des Skandalromans «Elementarteilchen» von Michel Houellebecq mit dem Silbernen Bären als bester Schauspieler ausgezeichnet.

Zuletzt war er in «Schuld», einer TV-Miniserie nach den Geschichten von Ferdinand von Schirach und in «Lommbock», der gutgelaunten Fortsetzung der Kifferkomödie «Lammbock», zu sehen.

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