Kommentar
Di., 14.02.2012
Nett gedacht: Krankenkassen sollen Beiträge erstatten
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (l, FDP) spricht in Stuttgart-Zuffenhausen bei einem Informationsbesuch in einer Arztpraxis mit einer Patientin.
Berlin - Der Vorschlag erscheint so naheliegend, dass die Frage aufkommt, warum er erst jetzt kommt. Daniel Bahr möchte, dass gut verdienende Krankenkassen ihren Mitgliedern einen Teil der Beiträge zurückerstatten. Zumindest der Beifall der Versicherten dürfte dem Gesundheitsminister sicher sein.
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Natürlich weiß Bahr, dass sein Vorschlag populistisch ist. Der Vorstoß zielt nicht darauf ab, den Geldbeutel der Beitragszahler zu füllen oder diejenigen Mitglieder zu entlasten, die selten zum Arzt gehen.
Ziel ist es, Schwung in das Fusionskarussell der Kassen zu bringen. Schließlich war es die Politik, die mit Gesundheitsfonds und Einheitsbeitrag den Wettbewerb unter den Kassen abgeschafft hat. Und eine Rückerstattung aus dem mittlerweile gut gefüllten Gesundheitsfonds lehnt Bahr rundweg ab.
Ein Blick in die Zahlen offenbart eine Zwei-Klassengesellschaft. Einige wenige Kassen stehen gut da, viele haben sich Sparprogramme auferlegt, einzelne Häuser müssen sogar den ungeliebten Zusatzbeitrag erheben. Das ist der Grund, warum nur ein Teil der Versicherten mit einer Rückerstattung rechnen könnten. Die würde mit 30 bis 60 Euro pro Jahr obendrein ziemlich spärlich ausfallen – schließlich liegt der maximale Beitrag aktuell bei rund 590 Euro pro Monat.
Verlierer wären die wenigen Kassen, die noch Überschüsse erwirtschaften. Fallen diese Gewinne weg, genügt eine kurze Durststrecke, um in roten Zahlen zu landen. Im Zweifel bleibt dann nur die Fusion. Andreas Fier
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