Erste Bundesliga
Fr., 03.02.2012
Keine Kälte-Regel für Bundesliga - Pausentee sinnvoll
In Fußball-Bundesliga gibt es keine Kälteregel. Foto: Roland Weihrauch
Frankfurt/Main (dpa) - Keine Kälteregel für die Fußball-Bundesliga: Die Schiedsrichter entscheiden zusammen mit den Mannschaftsärzten, ob wegen der frostigen Temperaturen ein Spiel nicht angepfiffen werden kann.
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«Es geht darum, Entscheidungen mit Augenmaß und immer im Dialog mit den medizinischen Abteilungen zu treffen», sagte Lutz Michael Fröhlich, Abteilungsleiter Schiedsrichter beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). «Vom Grundsatz her geht es darum, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten.»
Nationalmannschaftsarzt Tim Meyer hält die Auswirkungen der derzeitigen Kälte auf die Fußballspieler für nicht so dramatisch, wie viele annehmen. «Ganz generell sollte man die Kirche im Dorf lassen», sagte Meyer in einem Interview auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bundes.
Trotzdem hält Meyer es für eine gute Idee, wenn die Spieler in der Halbzeitpause warmen Tee trinken. «Alles, was den Körper von innen und außen wärmt, ist sinnvoll», sagte der 44-Jährige. Die Situation sollte nicht verharmlost werden, denn die Atemwege könnten durch die kalte und trockene Luft gereizt und die Infektionsabwehr geschwächt werden.
Besonders wichtig sei ein langes Aufwärmtraining. «Kalte Muskulatur ist weniger leistungsfähig. Insbesondere mit unzureichender Bekleidung könnte es bei der aktuellen Witterung passieren, dass die Muskeln nicht auf die gewohnte Betriebstemperatur kommen», sagte Meyer. Dann könnten sich die Spieler verletzen.
Der DFB hat zur internationalen Regel 5 (Der Schiedsrichter) zusätzliche Erläuterungen gestellt. Unter 4. heißt es da: «Fußball soll bei Temperaturen ab minus 15 Grad, bei starkem Wind ab Temperaturen von minus 10 Grad nicht mehr gespielt werden. Bei starker Kälte muss der Schiedsrichter auf die angemessene Bekleidung der Beteiligten achten.»
Der Verband weist aber darauf hin, dass die Temperaturempfehlungen keine Fußball-Regel seien und ein Abbruch quasi auch nicht eingeklagt werden beziehungsweise der Spielausgang deswegen nicht im Nachhinein angefochten werden kann. Die Entscheidung sei Ermessenssache des Referees und der Teamärzte, das letzte Wort habe der Unparteiische. «Die Schiedsrichter sind sensibilisiert», sagte Fröhlich angesichts der derzeit bitteren Kälte in Deutschland.