Do., 12.10.2017

Grünes Licht fürs Glücksspiel Spielhallen setzen auf biometrische Zugangskontrollen

Eine Kamera am Eingang von Spielhallen erkennt, ob der Spieler unter 25 Jahre alt ist oder sich hat sperren lassen.

Eine Kamera am Eingang von Spielhallen erkennt, ob der Spieler unter 25 Jahre alt ist oder sich hat sperren lassen. Foto: dpa

Düsseldorf/Münster - 

Wer eine Spielhalle betritt, wird künftig mit einer Kamera erfasst. Kurz danach leuchtet eine Ampel auf. Bei Grün ist der Durchgang frei, bei Rot ist der Zutritt verwehrt. Die Automatenwirtschaft in Deutschland will biometrische Einlasskontrollen künftig an allen Spielhallen in­stallieren. Das System stellten Vertreter der Automatenwirtschaft am Mittwoch in Düsseldorf vor.

Von Marion Fenner

In Baden-Württemberg sind einige Spielhallen bereits mit diesen Kameras ausgestattet. Ziel der Kon­trollen sei es, insbesondere unter 18-Jährigen den Zutritt zu verwehren, erklärt Thomas Knollmann vom Dachverband der Deutschen Automatenwirtschaft. Die Systeme erfassten keine persönlichen Daten der Spieler, erklärten Vertreter der Branche am Mittwoch in Düsseldorf. „Die Gesichter der Menschen werden nicht als Bild, sondern in Form von so­genannten Templates, also Merkmalsdaten, gespeichert“, heißt es in einer Meldung der deutschen Presseagentur. Die Bilder werden nach 30 Sekunden wieder gelöscht. Das vorgestellte  Face-Check-System des Spielautomaten-Herstellers Gauselmann soll Menschen unter 25 Jahren erkennen. Zudem soll der Gesichts-Scan gesperrte Spieler identifizieren.

„Dieses System dient zum einen dem Jugendschutz, erklärt Thomas Knollmann. Zum anderen solle diese Kontrolle der Suchtprävention bei jungen Erwachsenen dienen, die auf diese Weise immer bei der folgenden Ausweiskontrolle vom Personal persönlich angesprochen werden.

Selbsthilfe

Wenn das Glücksspiel zur Sucht wird:  Selbsthilfegruppe bieten Auswege an

„Wir fordern, dass der Spieler sich selbst durch eine Sperre schützen kann“, erklärt Ilona Füchten­schnieder von der Landes­koordinierungsstelle Glücksspielsucht NRW aus Bielefeld.“ Auf diese Weise gehe die Verantwortung auf den Spielhallenbetreiber über, der sich schadensersatzpflichtig machen kann, wenn er einen gesperrten Spieler an die Automaten lässt. In NRW sei das bisher nicht möglich.

Mario Hoffmeister, Pressesprecher der Firma Gauselmann, betont, dass mit dem neuen System auch eine Sperre von Spielern möglich sein wird. Das System sei allerdings zurzeit noch nicht vernetzt, so dass ein Glücksspielsüchtige in einem anderen Lokal durchaus grünes Licht erhält.

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