Wirtschaft
Fr., 13.11.2009
Chefs auf Zeit sind gefragt
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Münster - Die Anforderungen sind hoch: Fachwissen, soziale Kompetenz und Flexibilität sind Grundvoraussetzungen, um als Interim-Manager zu arbeiten. „Wir sind quasi Zeitarbeiter auf einem Top-Level“, betonte Jens Christophers, Vorstandsvorsitzender der Dachgesellschaft Deutsches Interim Management (DDIM), am Freitag am Rande einer Branchentagung in Münster.
Für neun bis 16 Monate werden Interim-Manager in der Regel eingesetzt, um in Unternehmen auszuhelfen. „Immer auf der ersten oder zweiten Führungsebene“, so Christophers, der Münsteraner ist.
Grund für den Einkauf eines Top-Managers auf Zeit könne beispielsweise der kurzfristige Ausfall eines leitenden Angestellten sein. Manchmal werde auch die Kapazität eines Unternehmens kurzfristig aufgestockt oder es fehle Know-how in einem speziellen Bereich. Auch als Krisenbewältiger seien Interim-Manager gefragt, erklärte der DDIM-Chef.
Interim-Manager müssen viel Erfahrung mitbringen. Deshalb sind sie nach Angaben Christophers´ 40 bis 60 Jahre alt, die meisten allerdings 45 bis 55. Die Bezahlung ist auf den ersten Blick üppig. „Der durchschnittliche Tagessatz liegt in der Branche bei 1000 bis 1250 Euro“, weiß Christophers. Doch er relativiert: „Sozialabgaben entfallen - auch sonstige Zusatzkosten; beispielsweise bringt der Interim-Manager sein Handy selber mit.“
Die Branche hat in den vergangenen Jahren enorm an Bedeutung gewonnen: Vor zehn Jahren habe der Branchenumsatz deutschlandweit noch bei lediglich 80 Mio. gelegen, 2008 bereits bei 750 Mio. . In diesem Jahr sei allerdings die Wirtschaftskrise spürbar. Christophers: „Die Zuwächse von 20 bis 30 Prozent wie in den vergangenen fünf Jahren gibt es sicher nicht.“ Der Verbandschef erwartet ein leichtes Minus, 2010 jedoch schon wieder ein Umsatzplus von zehn bis 20 Prozent.
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