Do., 28.09.2017

Deutsch-niederländisches Angebot Kommt Teslas „Gigafactory“ in die Grenzregion?

Unter Strom: Der US-Elektromobil-Hersteller Tesla möchte in Europa ein neues Werk errichten. Über 300 Kommunen und Regionen haben sich beworben.

Unter Strom: Der US-Elektromobil-Hersteller Tesla möchte in Europa ein neues Werk errichten. Über 300 Kommunen und Regionen haben sich beworben. Foto: dpa/Tesla

Münster - 

Im Herbst 2016 kündigte der US-amerikanische Elektroautobauer Tesla an, in Europa ein neues Werk errichten zu wollen und dafür eine Fläche von 60 bis 100 Hektar zu suchen. Damit löste das Technologieunternehmen einen regelrechten Hype aus. Die Euregio in Gronau hat eine grenzüberschreitende Bewerbung abgegeben.

Von Elmar Ries

Über 300 Städte und Regionen haben sich inzwischen um die sogenannte „Gigafactory“ beworben, in der neben den Fahrzeugen auch Batterien gebaut werden sollen. Bis zu fünf Milliarden €  wolle Firmengründer Elon Musk in den neuen Standort investieren, heißt es. Das weckt natürlich Begehrlichkeiten.

Neben mehreren Städten in Portugal haben auch niederländische Provinzen und niedersächsische Kommunen den Hut in den Ring geworfen. Hierzu gehören laut Medienberichten auch Dren­the, Friesland und Groningen sowie die Emsland-Gemeinden Dörpen und Papenburg.

Beide Bewerbungen wurden zuletzt von der Euregio in Gronau und ihrer Partnerorganisation, der Ems-Dollart-Region in Bunde, gebündelt – und allein dadurch schon aufgewertet. Das hat die Geschäftsführerin der Euregio, Dr. Elisabeth Schwenzow, auf Nachfrage bestätigt.

Euregio

Die Euregio ist Heimat von knapp 3,4 Millionen Einwohnern. Insgesamt gehören 129 Städte, Gemeinden und (Land-)kreise zu dem Zweckverband – 104 auf deutscher und 25 auf niederländischer Seite. Auf deutscher Seite erstreckt sich die Region über Teile der Länder Niedersachsen (Grafschaft Bentheim, Stadt und Landkreis Osnabrück, die Gemeinden Emsbüren, Salzbergen und Spelle) und Nordrhein-Westfalen (Münster und alle Münsterland-Kreise). Auf niederländischer Seite sind Teile der Provinzen Gelderland (Regio Achterhoek), Overijssel (Regio Twente, die Gemeinden Hardenberg und Ommen) und Drenthe (Gemeinde Coevorde) der Euregio angeschlossen. Der Sitz der Geschäftsstelle ist in Gronau angesiedelt.

 

Fotostrecke: Elon Musks aufsehenerregende Projekte

 

Ob Tesla der bi-nationalen Offerte am Ende den Zuschlag gibt oder nicht – für die Euregios hat bei dem Projekt noch etwas anderes Bedeutung: fundiert herauszuarbeiten, welche Vorteile ein Grenzgebiet für Investoren hat, Strategien zu entwickeln, mit diesem Pfund bestmöglich zu wuchern – und parallel dazu in möglichst viele Köpfe hineinzubekommen, dass grenzüberschreitende Kooperationen oft erfolgreicher sind als nationale Alleingänge.

Fahrzeug-Montage in Tilburg

Im Fall Tesla spricht für die Niederlande, dass in Tilburg bereits dessen Elektroautos für den europäischen Markt montiert werden, zudem zahlreiche Zuliefererbetriebe im Grenzgebiet ansässig sind und an den technisch ausgerichteten Hochschulen zu den Themen Elektromobilität und nachhaltige Energienutzung geforscht wird. Das Emsland wirbt mit einem äußerst üppigen Flächenangebot und der dort reichhaltig produzierten und verfügbaren grünen Energie – für Tesla ein wichtiges Kriterium.

Aus NRW ist nur die Bewerbung aus Euskirchen bekannt. Die Stadt wird dabei von NRW-Invest, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landes unterstützt. Kein Wunder: Im Landesentwicklungsplan sind im Bereich Euskirchen/Weilerswist 205 Hektar als „Gebiet für flächenintensive Großvorhaben“ festgeschrieben, das seit Jahren brachliegt.

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