150.000 Besucher erwartet
Luftfahrtmesse ILA: Vom Flugtaxi bis zur Rakete

Die deutsche Industrie profitiert davon, dass immer mehr Menschen in Flugzeuge steigen. Bei Berlin beginnt nun die Luftfahrtmesse ILA. Zum Auftakt macht die Bundeskanzlerin einen literarischen Ausflug.

Mittwoch, 25.04.2018, 17:04 Uhr

Blick in eine Halle der Internationalen Luftfahrtaustellung ILA 2018. Die Veranstalter rechnen mit mehr als 150.000 Besuchern.
Blick in eine Halle der Internationalen Luftfahrtaustellung ILA 2018. Die Veranstalter rechnen mit mehr als 150.000 Besuchern. Foto: Patrick Pleul

Schönefeld (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Mittwoch die Luftfahrtmesse ILA bei Berlin eröffnet. Rund 1100 Aussteller zeigen bis Sonntag zum Beispiel Flugzeuge, Drohnen, Flugtaxis und Raketentechnik.

In jedem Passagierflugzeug stecke deutsche Technologie, sagte der Präsident des Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), Klaus Richter, zum Auftakt.

Schon daran könne man sehen, dass Deutschland in der Luft- und Raumfahrt eine der führenden Nationen sei. «Und das ist nur im europäischen Zusammenwirken möglich», sagte Richter. Das gelte für Flugzeuge, Helikopter, Raketen und Satelliten. Frankreich ist in diesem Jahr Partnerland der Messe, die neben Farnborough und Le Bourget als drittgrößte Luftfahrtmesse Europas gilt.

Nach den Fachbesucher-Tagen öffnet die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) am Samstag für Privatleute. Insgesamt werden 150.000 Besucher auf dem Messegelände in Schönefeld erwartet, wo 200 Fluggeräte stehen. Themen sind Kerosinsparen, elektrisches Fliegen und Flugtaxis. Auch mehrere Rüstungskonzerne stellen aus.

Merkel will die militärische Zusammenarbeit in Europa vertiefen. «Wir beschaffen gemeinsam Luftfahrzeuge, wir bilden gemeinsame Staffeln, wir führen gemeinsame Auslandsmissionen durch», sagte sie mit Blick auf die Partnerschaft mit Frankreich. «Daher ist es nur konsequent, wenn wir auch Ausbildung und Betrieb gemeinsam gestalten.»

Die Flugzeugbauer Airbus und Dassault vereinbarten nun eine Kooperation zum Bau eines neuen europäischen Kampfjets. Die beiden Firmen hätten ein Abkommen zur Entwicklung und Produktion von Kampfflugzeugen der nächsten Generation geschlossen, erklärten Dassault-Chef Eric Trappier und Airbus-Rüstungsvorstand Dirk Hoke.

Die neuen Kampfjets sollen bis 2035 oder 2040 die Kampfjets Eurofighter und Rafale ergänzen und ersetzen. Nun warte man auf die nächsten Schritte der Politik. Beide Länder hatten vergangenen Sommer grundsätzlich die Entwicklung eines neues Kampfflugzeuges vereinbart.

In der Vergangenheit hatten die beiden Länder auf konkurrierende Modelle gesetzt - Frankreich hat seinen von Dassault gebauten Rafale-Jet, Deutschland den Eurofighter von Airbus. Die französische Verteidigungsministerin Florence Parly besucht an diesem Donnerstag mit ihrer Amtskollegin Ursula von der Leyen die ILA.

Vor der Entwicklung eines neuen Kampfjets hat Airbus diese Woche auch den Eurofighter in Stellung gebracht, um das in die Jahre gekommene Kampfflugzeug Tornado bei der Bundeswehr ab 2025 abzulösen. Dafür sind auch amerikanische Modelle im Gespräch. Es geht um 90 Flugzeuge.

Auch Boeing buhlt um einen milliardenschweren Auftrag der deutschen Luftwaffe und nimmt beim Lasthubschrauber H-47 Chinook deutsche Partner an Bord. Zehn Firmen sollen bei Auslieferung, Wartung und Training zum Zug kommen, sollte Deutschland Boeing den Auftrag geben.

Um den Auftrag für mindestens 45 Exemplare eines neuen Schwerlasthubschraubers bemüht sich auch der Rüstungskonzern Rheinmetall gemeinsam mit dem US-Helikopter-Produzenten Sikorsky.

Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie hatte vor Messebeginn Rekordzahlen für 2017 präsentiert. Der Branchenumsatz stieg um 6 Prozent und erreichte erstmals 40 Milliarden Euro. Wachstumstreiber war vor allem die zivile Luftfahrt, wo neue Flugzeuge weiter stark gefragt sind. Mit 109 500 Beschäftigten arbeiten in der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie so viele Menschen wie nie zuvor.

Merkel rief junge Frauen und Männer dazu auf, Berufe in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu ergreifen. «Hightech made in Germany macht uns zu guten und gefragten Kooperationspartnern in Europa und in der Welt.»

Bei der Eröffnung zitierte Merkel den französischen Schriftsteller Jules Verne. Er habe im 19. Jahrhundert geschrieben: «Alles, was ein Mensch, sich vorzustellen vermag, werden andere Menschen verwirklichen können». Daraus spreche viel Zutrauen in die Gestaltungskraft des Menschen. «Und in der Tat. Was früher utopisch erschien, das ist heute Realität».

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