Bilanz der Provinzial Nord-West für 2017
Umbau vor dem Abschluss

Münster -

Die Provinzial Nord-West setzt immer stärker auf einen digitalen Kontakt zum Kunden. Vorstandschef Dr. Wolfgang Breuer kündigte am Donnerstag bei der Vorlage der Geschäftszahlen für 2017 in Münster an, dass aktuelle Angebote wie der Kunden-Live-Chat ab Juni durch eine App ergänzt werden.

Donnerstag, 17.05.2018, 20:05 Uhr

Provinzial-Zentrale in Münster
Provinzial-Zentrale in Münster Foto: Günter Benning

Die Provinzial Nord-West ist 2017 in ein neues, zukunftsweisendes Geschäftsfeld eingestiegen: die Cyber-Versicherung. Das neue Produkt habe alle Erwartungen übertroffen, berichtete der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Stefan Richter am Donnerstag in Münster. „Im Vordergrund stehen hier praktische Hilfen im Fall eines Hacker-Angriffs“, erklärte Richter. Vor allem in mittelständischen Betrieben sei das neue Angebote auf eine große Resonanz gestoßen.

Die Bilanz der Provinzial Nord-West für 2017 zeigt indes ein gespaltenes Bild: Während die Beitragseinnahmen in der Schaden- und Unfallversicherung um 3,1 Prozent auf 1,95 Milliarden €  wuchsen, gaben sie in der Lebensversicherung deutlich nach – und zwar von 1,96 Milliarden auf 1,40 Milliarden € . Diesen Rückgang begründete Vorstandschef Dr. Wolfgang Breuer mit bewusst in Kauf genommenen Einschränkungen beim Geschäft mit Einmalbeiträgen. „Dieses Geschäft muss in Niedrigzinszeiten mit viel Umsicht und Augenmaß betrieben werden“, betonte der Vorstandsvorsitzende des münsterischen Konzerns.

Dr. Wolfgang Breuer

Dr. Wolfgang Breuer Foto: Provinzial

Die gesamten Beitragseinnahmen des Konzerns gingen dadurch im vergangenen Jahr um 500 Millionen €  auf 3,35 Milliarden €  zurück.

Breuer zog dennoch ein insgesamt positives Resümee: „Wir waren erneut gut unterwegs, haben uns in zentralen Kernbereichen neu positioniert und sind wie geplant in vielen Geschäftsbereichen ertragreich gewachsen.“ Dennoch schrumpfte der Jahresüberschuss nach Steuern von 68,7 auf 61,6 Millionen € . Grund sind laut Breuer Belastungen durch die aktuelle Niedrigzinsphase. Den höchsten Ergebnisbeitrag liefert mit 75 Millionen €  die Konzerntochter Westfälische Provinzial (Münster).

Bilanzzahlen

Folgende Kennziffern verbuchte der Provinzial-Nord-West-Konzern für 2017:

► Beitragseinnahmen: 3,35 Milliarden €  (Vorjahr: 3,85 Mrd. €)  

– in der Schaden- und Unfallversicherung: 1,95 Milliarden €  (plus 3,1 Prozent)

– in der Lebensversiche­rung: 1,40 Milliarden €  (1,96 Mrd. €)

► Jahresüberschuss: 61,6 Millionen €  ­(Vorjahr: 68,7 Mio. €) 

...

Der Pro­vinzial-Konzern schaffte es, trotz des enorm schwierigen Null-Zinsumfelds für die Kapitalanlagen in Höhe von 25 Milliarden €  eine Nettoverzinsung von 3,6 Prozent zu ­erzielen – nach 4,0 Prozent im Vorjahr. „Wir haben unseren Bestand gegen Zinsrisiken abgesichert“, betonte Breuer.

In der Schaden- und Unfallversicherung hat sich die Provinzial besser geschlagen als die Konkurrenten: Die Schaden-Kosten-Quote sank von 88,6 auf 87,2 Prozent. Breuer: „Wir stehen erheblich besser da als die ­Branche, die für 2017 eine ­Schaden-Kosten-Quote von 94 Prozent aufweist.“ Das versicherungstechnische Bruttoergebnis wuchs in der Schaden- und Unfallversicherung von 189,4 Millionen auf 219,8 Millionen € .

In der Lebensversicherung zeigte sich der Vorstandsvorsitzende stolz auf die exzellente ­Finanzausstattung: „Unsere Solvabilität ist mit einer Quote von 498 Prozent überdurchschnittlich gut. Wir gehören zu den stabilsten Lebensversicherungsunternehmen am Markt.“

Der Umbau des Provinzial-Konzerns kommt indes voran. Das vor zwei Jahren gestartete Strategieprogramm sei auf der Zielgeraden: „Hinter den Kulissen sieht der Konzern jetzt komplett anders aus als noch vor zwei Jahren“, bilanzierte Breuer. Bis zum Jahresende sei die Umsetzung dann endgültig abgeschlossen.

Zu einer möglichen Fusion der Provinzial Nord-West mit der Provinzial Rheinland verwies Breuer auf Gespräche der Eigentümer, die ergebnisoffen geführt würden. Zuvor war von einem Abschluss der Verhandlungen bis spätestens zum Jahresende 2018 berichtet worden.

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