Lüdinghausen
So., 04.10.2009
Sechs Referenten, sechs Themen
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Lüdinghausen - Zum zweiten Mal luden die Organisatoren Jürgen Lummer und Burkhard Scheuer zum „dies academicus“ in die Burg Lüdinghausen. Der privat organisierte Wissenschaftstag stieß am Samstag auf großen Anklang, wie Scheuer bestätigte. „Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist die Resonanz noch gestiegen“, resümierte der Mitorganisator die Anmeldungen am frühen Nachmittag. Sechs Vorträge von Referenten aus unterschiedlichen akademischen Disziplinen erwarteten das Publikum.
Der in Münster tätige Musiktheaterdramaturg Dr. Jens Ponath machte mit seinem Vortrag über die Spielplangestaltung städtischer Theater im Zeitalter „Neuer Medien“ den Auftakt der mehrstündigen Veranstaltung. In einen vollkommen anderen Fachbereich führte Diplomkaufmann Hans-Peter Wagner ein, der über die Herausforderungen der Zukunft für Unternehmen in den Zeiten der Finanzkrise und Globalisierung referierte. Nach einer kurzen Stärkung vermittelte Dr. Udo Ossendroth, Ingenieur und Professor an der Fachhochschule Gelsenkirchen/Bocholt, den Zuhörern verständlich Grundlagen der Bionik unter der Fragestellung: Was bringt uns die Natur (bei)?
Der Jurist Dr. Felix Leinemann reiste für diesen Vortrag eigens aus Brüssel an, um den Teilnehmern zu erläutern wie die Europäische Verfasstheit zur Nationalen Verfassung steht. Der Mediziner Dr. Theo Brauckhoff beleuchtete die Entwicklung der Radiologie und ging vertiefend darauf ein, auf welchem Stand die Wissenschaft sich heute befindet und welche Entwicklung ihr weiterhin bevorsteht. Der Ingenieur Dr. Heinz Frenken ging zum Abschluss der Veranstaltung auf die Stilllegung des Ruhrkohlebergbaus ein und beschäftigte sich in erster Linie mit der Frage, wer zukünftig die Zeche(n) zahlen wird.
Diese breite thematische und überdisziplinäre Fächerung verdeutlicht, dass der Wissenschaftstag vom Leitgedanken des „studium generale“ geprägt ist. In den jeweils etwa 30-minütigen Referaten stellten die Experten stets eine Frage in den Mittelpunkt: „Wie stellt sich das Thema für uns in fünf Jahren dar? Was kommt auf die Gesellschaft zu?“ Dieser Zukunftsbezug stand auch in der sich an jeden Vortrag anschließenden Diskussion im Plenum im Vordergrund.
„Die Diskussionszeit haben wir in unserer diesjährigen Auflage des dies academicus ausgeweitet und darauf viele positive Reaktionen bekommen“, berichtete Burkhard Scheuer. Für weiterführende Diskussionen wurden zudem die Pausen genutzt. Die spannenden Sachverhalte regten auch Fremde bei Kaffee und Kuchen zum Meinungsaustausch an. Diesen Effekt der Vorträge auf die hoch interessierten Zuhörer hatten sich Burkhard Scheuer und Jürgen Lummer durchaus erhofft.
„Die Kürzung des Programms von acht auf sechs Referenten verbessert den Grundrahmen für das Publikum, das seinen freien Tag nachmittags weiter nutzen kann“, erläuterte Scheuer die Änderung im Vergleich zum Vorjahr. Gleich geblieben ist das Kernkonzept der Veranstaltung, das auf Vorträge unterschiedlichster Bereiche und von immer neuen Gesichtern setzt.
Gewonnen werden konnten die Experten für diese aus privater Initiative organisierten Veranstaltung durch private Ansprache. Nach vielen positiven Reaktionen und einem vorgezogenen Resümee am frühen Samstagnachmittag ist ein dritter dies academicus nach Angaben von Scheuer 2010 durchaus möglich.
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