Filmrezensionen
Liebe im Zeichen des Kapitals

Donnerstag, 27.09.2007, 17:09 Uhr

Wer Filme, in denen Venture-Kapital und Private-Equity-Firmen wichtige Rollen spielen, sucht: Hier ist einer, der die Begriffe aus der Ökonomie von Firmenentsorgungen und Krediten im sauberen Kapitalismus in eine spannende Geschichte umsetzt und in der Nina Hoss wieder ein neues Gesicht zeigen kann, fern von weißer Massai, Buhlschaft oder Mädchen Rosemarie.

Nina Hoss spielt Yella, eine junge Buchhalterin aus Ostdeutschland , die gen Westen aufbricht und dem Mythos von Erfolg, Geld und Karriere folgt. Ein Autounfall scheint die Fahrt zu Beginn zu beenden, aber Yella sitzt schnell im Zug nach Hannover , wo sie auf den mit Risikokapital arbeitenden Philip ( Devid Striesow ) trifft, mit dem sie bald ein hocheffizientes Team bildet und sich ihm auch privat annähert. Aber die Vergangenheit taucht in Form des Exmannes (Hinnerk Schönemann) immer wieder auf.

Das muss genügen. Bei allem Realismus ist „Yella“ ein Film, der Schwebezustände schildert und Zeichen einschiebt, die wie der gesamte Charakter der schönen kühlen Yella irritieren. Tatsächlich stellt die Auflösung alles in Frage. Ein Hinweis dennoch. Auf der Pressekonferenz der Berlinale, wo Nina Hoss als Beste Darstellerin ausgezeichnet wurde, gab Petzold zu, die Idee stamme aus der Kurzgeschichte „Ein Zwischenfall an der Eulenflussbrücke“ von Ambrose Bierce. Die steht am Beginn der modernen Literatur. Unedingt lesen und dann sehen!

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