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Eine Telefonzelle voller Bücher

Mittwoch, 24.10.2007, 09:10 Uhr

Ihr habt euch bestimmt auch schon mal ein Buch in einer Bücherei ausgeliehen. Dafür benötigt man in der Regel einen Ausweis. Den zeigt ihr vor, wenn ihr Lesestoff mit nach Hause nehmen möchtet.

Einige Büchereien sind groß. Dort gibt es viele Regale voll mit den unterschiedlichsten Büchern für Kinder und Erwachsene. Andere sind eher klein. Ihr Angebot ist überschaubarer. Eine der wohl kleinsten Bibliotheken steht im Ort Erbsen.

Kein Witz. Erbsen gibt es. Der Ort liegt bei Göttingen im Bundesland Niedersachsen und zählt 450 Einwohner. Dort haben Kinder gemeinsam mit Erwachsenen eine alte Telefonzelle zur Bibliothek umfunktioniert. Sie hat Tag und Nacht offen. Man muss nicht anstehen, nichts bezahlen – und kann sogar ein Buch hineinstellen.

Das hat Philippe Quentin zum Tag der Bibliotheken erzählt, der am heutigen Mittwoch auf dem Kalender steht. Philippe Quentin ist 25 Jahre alt. Er hat zu der Mini-Bibliothek eine ganz besondere Beziehung:

Erzählen Sie mal, wie ist es so in der Mini-Bibliothek?

Philippe Quentin: Sie ist etwa einen Quadratmeter groß, vielleicht ein bisschen kleiner. Es ist eine blaue Telefonzelle. Dort, wo normalerweise das Telefon hängt, ist ein Regal. Da stehen so etwa 200 Bücher drin.

Was für Bücher sind es?

Quentin: Es sind hauptsächlich Kinderbücher. Jeder stellt die Bücher rein, die er gelesen hat und von denen er meint, sie sollten auch andere lesen. Die Kinder hier finden das witzig.

Und wie kann ich mir Bücher ausleihen?

Quentin: Man geht hin, die Telefonzelle steht neben einer Straße. Man macht die Tür auf und nimmt ein Buch raus.

Machen das viele?

Quentin: Ja. Gerade im Sommer wurde die Bibliothek gut genutzt. Gleich daneben ist ein Bachlauf, da stehen Bänke. Da saßen die Kinder, haben gelesen und gespielt.

Passt eigentlich niemand auf?

Quentin: Nein, es gibt eigentlich keine Kontrolle. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass Bücher verschwinden.

Und geht nichts kaputt?

Quentin:
Doch. Jetzt sind ein paar Scheiben kaputtgegangen. Sie wurden beim Fußballspielen eingeschossen. Das müssen wir vor dem Winter reparieren.

Was war die Telefonzelle vor ihrem Dasein als Bibliothek?

Quentin: Da wuchsen vorher Bäumchen drin. Es ist eine alte britische Telefonzelle. Die hat mein Vater irgendwann mal bei einem Englandurlaub gekauft. Zur Bibliothek umfunktioniert gibt es sie etwa seit Mai dieses Jahres.

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