Lenz Thema
24 eingetütete Liebesbeweise

Donnerstag, 29.11.2007, 14:11 Uhr

Neben Brauchtum, adventlicher Stimmung und mehr oder weniger leckerer Schokolade haben Adventskalender die Hauptaufgabe , Kindern die Wartezeit bis zur Bescherung ein wenig zu versüßen. Dabei helfen sie ganz nebenbei vielen in der Vorweihnachtszeit ohnehin genervten Eltern, die Frage nach der Anzahl der bis Weihnachten noch zu schlafenden Nächte zumindest einmal pro Tag mit einem Fingerzeig in Richtung Kalender beantworten zu können. Eigentlich.

Denn dass Adventskalender auf keinen Fall Kinderkram sind, belegen schon die Absagen zahlreicher Freunde Mitte 20, die sich Jahr für Jahr Ende November mit der Begründung „Verflucht – ich muss noch basteln!“ kurzerhand aus den sonst unaufschiebbaren Kaffeeverabredung winden. Dabei haben sie noch eine Sache gemeinsam. Das Grundproblem der redlichen Schenker-Absicht, mit dem anscheinend jeder noch so kreative, mit Schere und Kleber bewaffnete Bastelpionier zu kämpfen hat: Ganz enthusiastisch werden die ersten fünf Überraschungen verpackt. Schon ein paar Geschenke später gehen die Ideen aus. Dann werden zwei Drittel der Säckchen und Päckchen mit Schokolade aufgefüllt. Und selbst bei der Auswahl der süßen Überraschungen geht der Einfallsreichtum nach Nikoläusen, Engeln und Schneemännern langsam über die Wupper. Aber was verpacken eigentlich die anderen Kreativlinge ohne Zeit für ein Kaffee-Date mit Freunden?

Aufwendige Basteleien erübrigen sich dieses Jahr für Christoph Becker : Seine Freundin, mit der er schon seit über neun Jahren zusammen ist, fliegt nach abgeschlossenem Studium am morgen für ein Vierteljahr nach Florida.

„Allein aus Platzgründen hab ich nichts gebastelt“, erklärt der Politikstudent. „Dafür hab ich meiner Liebsten eine DVD mit einem kleinen Film für jeden Tag aufgenommen – quasi als Türchen-Ersatz. Jeden Tag gibt’s dann eine Video-Botschaft, bis ich sie dann an Heiligabend in Florida besuchen komme.“

Ganz tief in die Ideenkiste greift jedes Jahr der Geschichtsstudent Christian Kohler, wobei auch er grundsätzlich die Hälfte der Päcken, die an einem langen Stück Stoff festgebunden sind, mit Süßigkeiten füllt: „Nikolaustag und Heiligabend bieten sich natürlich an, um große Weihnachtsmänner zu verschenken.“ Eine edle Marke muss schon sein.

Ansonsten gibt es für die Frau seines Herzens Mixed-Tapes, kleine Bücher, Keksförmchen zum gemeinsamen Plätzchenbacken, den Lieblingsnagellack oder auch ein Paar warme Socken. Ihm macht das Zusammenstellen jede Menge Spaß: „Es ist doch total nett, jemandem, den man mag, viele Kleinigkeiten zu schenken.“

Für Marc Balfanz (22 Jahre) ist selbst die Verpackung der kleinen Präsente zu einer Kunstform geworden: „Schon als Kind hab ich immer mit meiner Mutter Adventskalender genäht und individuell gestaltet“, erinnert sich der Student der Kunstgeschichte. „Daher habe ich in diesem Bereich hohe Ansprüche.“

Und wer es in diesem Jahr wieder nicht geschafft hat, der macht es einfach wie Hanne Grießmann: „Ich nehme mir jedes Jahr vor, zu basteln“, erinnert sich die 22-jährige Germanistikstudentin an so manch guten Vorsatz. „Aber ich schaffe es zeitlich einfach nicht. Daher habe ich dieses Jahr wieder zwei Stück für je 99 Cent im Aldi gekauft: Einen für meinen Freund, und einen für mich.“ Gemeinsam die Türchen aufzuklappen, ist schließlich auch romantisch.

Dagegen ist natürlich nichts einzuwenden: Ein fertiger Adventskalender ist zwar nicht so persönlich wie ein selbst gemachter. Letztendlich zählt aber doch die Geste.

Noch mehr Ideen
Gedichte
CDs brennen mit Liedern von persönlicher Bedeutung
Reclam-Bände
Fotos
Kerzen
Lieblings-DVD (günstige Alternative: Gutschein für gemeinsamen DVD-Abend)
Gutschein für Lieblingsgericht
Tee oder Kaffee
Socken
schöner, lustiger Kugelschreiber
Keksförmchen
Briefmarken für nächsten Liebesbrief
Rezepte und dazu passende Zutaten (Mehl, Zucker,...)
Saunagutschein

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